Buch des Monats Januar 2020

Oliver Scherz:  Ein Freund wie kein anderer

Illustriert von Barbara Scholz, Thienemann-Verlag, 2018, ab 6 Jahre,

128 Seiten

Bevor die Erdhörnchenmutter Hieme ihre Kinder auf die tägliche Vorrats-Futtersuche schickt, schärft sie ihnen ein, nicht die gewohnten Wege zu verlassen und sich bei Gefahr rechtzeitig vor ihren zahlreichen Feinden in Sicherheit zu bringen. Während Hebbe artig der Mutter folgt, macht sich sein großer Bruder Habbi aus dem Staub. Er ist neugierig und will etwas erleben. Das hier ist ihm einfach zu langweilig.

Am Ende ihres Waldes gerät er auf ein Geröllfeld, rutscht den Steinhang hinunter  und prallt auf etwas Weiches: ein großes Tier mit dichtem grau-schwarzen Fell, reglos und teilweise verschüttet von Felsbrocken. Angsterfüllt jagt Habbi zurück in seinen Wald. Er ist seinem ärgsten Feind, dem Wolf, begegnet. In der Nacht verdrängt Mitleid seinen Schreck. Immerhin ist das Tier schwer verletzt! Entgegen seiner Angst macht Habbi sich am nächsten Tag heimlich auf den Weg um den Wolf, er heißt Yaruk, unter größter Vorsicht von den Steinen zu befreien. Allmählich lernen sie einander kennen und vertrauen, so dass Yaruk am Ende seine Ernährung sogar auf Erdhörnchen-Kost umstellt (von Habbi herbeischafft), damit er wieder zu Kräften kommt. Das kleine Erdhörnchen gibt damit dem eigentlich zum Sterben bereiten Wolf neuen Lebensmut, denn nur als gesundes Tier wird sein Rudel ihn wieder dulden.

Hier könnte die anrührende Geschichte enden, doch jetzt entfaltet sie erst ihre eigentliche Spannung und Dramatik. Habbis Familie und die anderen Waldtiere erfahren von der besonderen Freundschaft und sind außer sich: „Ein Wolf ist niemals unser Freund. Merk –es – dir!“ Aus der Angst heraus, der Wolf könnte nun ein Tier nach dem anderen aus ihrem Wald reißen, erwächst eine rabiate Aggressivität, die Habbi in eine bedrohliche Krise treibt. Doch allen Anfeindungen zum Trotz steht er zu Yaruk und flieht mit ihm in eine entferntere Schlucht. Der herannahende Winter lässt alle Widerstände erlahmen. Schließlich ist Habbi ein Bodentier und kann Schnee und Kälte nur unter der Erde überleben. Dann aber wird der Frühling kommen und diese Gewissheit lässt die Freunde eine Verabredung treffen. (Hier schließt ein zweiter Band an „Im Tal der Wölfe“ an.)

Oliver Scholz berichtet in seinem Buch über eine außergewöhnliche Freundschaft, die sich mutig gegen alle Vorurteile durchsetzt. Der Text erzählt das Geschehen aus der Sicht des kleinen eigenwilligen Erdhörnchens Habbi, das man als Leser/in sofort ins Herz schließt, weil es auch gegen Widerstände für die Dinge eintritt, die ihm wichtig sind.

Barbara Scholz`Bilder bringen sowohl gefühlvoll anrührende als auch aufregend spannende Emotionen der Tiere zur Geltung. Mit aufgesperrten Augen oder menschlich grimassierend (Zorn der Waldbewohner) verstärken sie die Textbotschaft ebenso intensiv wie die zahlreichen, eher sparsamen Illustrationen von Habbi und Yaruk. (Buchcover)

Das Buch ist auf hochwertigem festem Papier in großer Schriftgröße gedruckt. Es ist in überschaubare Kapitel gegliedert und eignet sich daher bestens als Einstieg zum Selberlesen. Empfohlen werden soll es hier als ein wunderbares Vorlesebuch für Jungen und Mädchen, mit dem man es sich gemütlich machen und es gleich noch einmal von vorne lesen kann, weil es so gut geschrieben ist.

Buch des Monats Dezember 2019

Louise Galveston:

Der (überhaupt gar nicht) allmächtige Todd

Aus dem Amerikanischen übersetzt von Manuela Knetsch & Ina Lutterbüse,

Kosmos-Verlag, 2017, 267 Seiten, Lesealter ab 10 J.

Der zwölfjährige Todd Podecker hält nichts davon sein Zimmer aufzuräumen. Und so hat er, ohne davon zu wissen, unter seinem Bett ein Volk ameisengroßer Menschen herangezüchtet. Die kleinen Wesen sind dort gut versorgt, denn sie leben von Staub, Schmutz, Schweiß und Hautschuppen. Als Delikatesse verspeisen sie Zehennagelbrötchen mit Hautschuppenaufstrich.

Als Todds Mutter ihrem Sohn entnervt zwingt aufzuräumen, schaut Todd zuerst einmal unter sein Bett und staunt nicht schlecht. Dort blitzt es wieder und wieder. Eine elektronische Entladung? Mit Lucy, einem aufgeweckten Mädchen aus der Nachbarschaft, untersucht er das Phänomen. Unter ihrem Mikroskop entdecken sie eine Gruppe von winzig kleinen Menschen, die sich aufgeregt bewegen und auf unverständliche Art und Weise verständigen. „Todd Podecker, … Du hast durch pure Widerlichkeit Leben erschaffen!“, staunt Lucy atemlos und erklärt ihm, dass von nun an die „Toddlianer“ sein Volk sind und er für sie sorgen muss.

Leider gelingt es Todd nicht, sich fürsorglich und verantwortungsvoll zu zeigen. Bei einem naturwissenschaftlichen Schulprojekt kann er der Verlockung nicht widerstehen, mit Max, dem Anführer der angesagten Zoo-Gang, eine Gruppe zu bilden. Der verspricht sich nur eine gute Zensur ohne nennenswerte Leistung, indem er Max´ “Insektenmenschen“ skrupellos vorführt. Für Todd ist die Verlockung, endlich zu den „coolen“ Kids zu gehören so groß, dass er sich seinem Willen beugt. Lucy und seinen Freund Duddy, einen kindlichen Comic-Nerd, wie er eigentlich auch, lässt er fallen.

Die Geschichte beschäftigt  sich intensiv mit dem Thema Mobbing, aber auch mit Mut. Sie zeigt, wie sehr die Aussicht, endlich nicht mehr gedemütigt zu werden und nicht mehr als Loser gelten zu müssen, einen Menschen erpressbar macht. Für Todd zieht sich der  Prozess bis zu dieser Erkenntnis sehr lange hin. Sein mangelndes Durchsetzungsvermögen wirkt enttäuschend, zumal seine „Toddlianer“ ihn als allmächtig ansehen und von ihm Hilfe erwarten. Letzlich sind es Todds „wahre“ Freunde, die ihm helfen und ihn ermutigen, die Spirale der Abhängigkeit zu durchbrechen und wieder er selbst zu sein.

Den Ernst der Handlung unterbrechen kursiv gedruckte Erzähleinschübe. Lewis, der älteste „Toddlianer“, und seine temperamentvolle Frau Persephone berichten ihren Kindern lebhaft von der  Bedrohung durch Max und ihre gelungene Rettung. Beide liefern sich in ihrer flapsigen Sprache  einen humorvollen Schlagabtausch. („Lewis, du Kojotenhintern, wie oft soll ich dir noch sagen, dass du mich nicht Großmutter nennen sollst…“)

Der Text der Geschichte ist in 29 Kapitel gegliedert und gut zu lesen. Die unterhaltsame, abwechslungsreiche Erzählweise trifft bestimmt den Geschmack der jugendlichen Leser. Das Buchcover ist bis auf die Schrift des Titels dunkelgrau und damit recht dunkel gehalten. Socken und „Toddlianer“ sind erst bei sehr genauem Hinsehen erkennbar. Näheren Aufschluss gibt einem das Backcover mit einer Anleitung zur Zucht von 50 ameisengroßen Wesen. Die lockern als Miniaturzeichnungen, angelehnt an Kapitel- und Seitenzahlen, die Buchseiten auf.

Buch des Monats November 2019

Katja Brandis: Woodwalkers – Carags Verwandlung

 Illustriert von Claudia Carls

Arena-Verlag, 2016, 267 Seiten, Lesealter ab 10 J.

Das Thema der Geschichte fasziniert, denn Carag mit den leuchtenden Augen – von der Illustratorin wunderbar auf dem Buchcover dargestellt – hütet ein Geheimnis: er ist ein Woodwalker, d.h. er kann seine tierische Gestalt in eine menschliche verwandeln und umgekehrt.

Carag, halb Berglöwe, halb Mensch, wurde in den Rocky Mountains geboren und durchstreifte über zehn Jahre lang mit seinen Eltern und seiner Schwester Mia die Natur, bis er feststellte, dass es ihm nicht reichte, nur ein Puma zu sein.

Auf einer Polizeistation meldet er sich in menschlicher Gestalt als desorientierter Jugendlicher und wird in einer Pflegefamilie untergebracht, die ihn erzieht und ihm erstes Schulwissen beibringt, bis er als „Jay“ die 7. Klasse der Junior-High-School besuchen darf. Neben Konflikten in der Schule und Auseinandersetzungen mit dem Sohn der Pflegeeltern setzt es Carag besonders zu, dass er die Spur seiner Puma-Familie nicht auffinden kann. Er muss sie wiedersehen! „Als Pumajunge war es mir gut gegangen, wieso hatte ich das alles aufgegeben?“, fragt er sich reuevoll.

Wie tröstlich ist es da, dass sich Arthur Milling (ebenfalls ein Puma-Wandler) für ihn einsetzt und bewirkt, dass er ein Internat besuchen darf, dass sich auf die Unterrichtung von Wood-walkern spezialisiert hat. Hier fühlt sich Carag angenommen und nicht mehr allein. Mit dem schüchternen Brandon, einem tollpatschigen Bison und seinem Zimmergenossen gibt es viel zu lachen. Bald werden auch Holly, ein quirliges Eichhörnchen, Dorian, der Kater und die Maus Nell zu seinen Freunden. Gemeinsam erleben sie Missgeschicke und spannende Abenteuer. Sie können sich blind vertrauen. Doch das Leben im Internat bringt auch Streitigkeiten und Schulstress mit sich. So wird Carag auf üble Weise von einer Gruppe Wölfe drangsaliert, die es auf ihn abgesehen hat. In Mr. Bridgers  findet er einen Lehrer, der diese Vorgänge durchschaut und ihm hilft. Ihm kann er sich anv

ertrauen und mit ihm gemeinsam Problemlösungen für seine Schwierigkeiten finden.

Sein Mentor Milling hingegen verhält sich zunehmend distanziert. Er will Carag das Versprechen abverlangen ihm bei seinen Vorhaben zu helfen. Diese aber sind zweifelhaft und undurchsichtig. Geht es ihm dabei wirklich um eine Verschwörung gegen die Menschen? Mit dem Versprechen, für Carag seine Eltern zu finden, will er sich ihn gefügig machen. Schlägt der Junge das Angebot aus, hat er „keinen Verbündeten mehr … und stattdessen einen Feind.“

Katja Brandis vermischt in ihrer Geschichte Internats- mit Tierabenteuern, womit ihr das Leserinteresse sicher ist. Mit Carag als Gestaltwandler kommen noch Fantasy-Elemente hinzu, da er sich zwischen zwei Welten bewegen kann. Mit der Figur des übermächtigen Andrew Milling und seinen skrupellosen Machenschaften ist für das nötige Spannungspotential gesorgt. Carag ist der Ich- Erzähler dieser Handlung. Leser können sich mit ihm mühelos identifizieren und durchleben seine Ängste, seine Alltagsproblem, aber auch seine glücklichen Momente der Freundschaft intensiv mit. Die menschlichen und tierischen Charaktere der Akteure sind gut und oft humorvoll beschrieben. Eine übersichtliche Handlung, gegliedert in überschaubare Kapitel macht das Lesen des Textes leicht. Auch Lesemuffel werden mit dem Buch gut klarkommen.

Durch das Buch ziehen sich gekonnte naturgetreue Schwarz-Weiß-Zeichnungen des Pumas, mal als Teilansicht aus unterschiedlichen Perspektiven oder auch als Detail wie der Schwanzspitze.

Eigentlich sollten zu dem vorliegenden Buch nur zwei Folgebände erscheinen. Da diese den Lesern aber so gefielen, wurden vom Arena Verlag noch drei weitere Bände verlegt:

Gefährliche Freundschaft/ Hollys Geheimnis/Fremde Wildnis/FeindlicheSpuren/Tag der Rache

Unsere Bücher des Monats – Übersicht mit Buchcover

Hier haben wir noch einmal alle unsere Bücher des Monats mit dem Buchumschlag zusammengestellt.  Wer auf das jeweilige Buchcover klickt, kommt zu unserer Buchbesprechung. Das Copyright der Cover liegt natürlich beim jeweiligen Verlag.  Wir bedanken  uns ausdrücklich dafür, dass wir die Cover hier zeigen dürfen.

 

  

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Ferdi_Lutz_und_ich9783522501422Magic_Cape.inddmit freundl. Genehmigung des Aladin Verlags

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Die Bücher des Monats auf einen Blick!

Ein Klick auf den Titel führt zu unserer Buchvorstellung.

Ackermann, Anja: Emi und Luna. Eine Freundschaft mit Kawumm. Ein Huhn steht kopf

Andres, Kristina: Mucker & Rosine

Ardagh, Philip: Familie Grunz hat Ärger

Banks, Angelica: Tuesday und der Zauber des Anfangs 

Berg, Christian: Rumpelröschen

Blanvillain, Luc: Tagebuch eines Möchtegern-Versagers

Blazon, Nina: Lillesang

Bertram, Rüdiger: Gegen uns könnt ihr nicht anstinken

Bertram, Rüdiger: Coolman und ich

Biegel, Paul: Die Prinzessin mit den roten Haaren 

Blank, Ulf/ Pfeiffer, Boris: Die drei ??? Kids -Die Räuberjagd

Brandis, Katja: Woodwalkers – Carags Verwandlung

Boonen, Stefan: Ein Mädchen, sieben Pfannkuchen und ein roter Koffer

Collins, Suzanne:  Gregor und die graue Prophezeiung

Engström Mikael/Willis, Helena: Ida, Paul und Frankensteins Katze  

Foxley, Janet: Munkel Trogg –  Der kleinste Riese der Welt

Fröhlich, Anja: Lou und Rokko und das Katzenchaos

Galveston, Louise: Der (überhaupt gar nicht) allmächtige Todd

Gessner, Stefanie: Lil April

Gier, Kerstin: Wolkenschloss

Helmig, Alexandra: Lua und die Zaubermurmel

Higgins, Chris : Meine lustige Familie

Hub, Ulrich: Füchse lügen nicht

Hula, Saskia: Kaninchentage

 Johnson, Pete:   Gut kombiniert, Trottel!  – Das magische Cape

Kaster, Armin: Ferdi, Lutz und ich

 Kientsch, Sonja Maren : 2 Freunde für 4 Pfoten – Papageiplapperei

Kling, Marc-Uwe: Der Tag, an dem die Oma das Internet kaputt gemacht hat

Krohn, Leena: Emil und der Pelikanmann

Lott, Anna: Moppi & Möhre – Abenteuer im Meerschweinchenhotel

Lüftner, Kai: Achtung, Milchpiraten – Rache für Rosa

Lütje, Susanne: Pauli Poltergeist – Willkommen in der Villa Funkelstein

Lubar, David: Plötzlich Zombie: So ein Mist!

Ludwig, Sabine:Warum Kater Konrad ins Wasser sprang und eine Maus in die Luft ging

Maar, Paul: Snuffi Hartenstein

Madden, Deirdre: Tierparadies Emily & Co.

Mason, Simon: Die Quigleys

Morgenroth, Matthias: Freunde der Nacht

Nesbo, Jo: Doktor Proktors Pupspulver

Nicoll, Tom: Drachenalarm auf meinem Teller

Nilsson, Frida: Hedvig! Das erste Schuljahr

Oschmann, Oliver; Witt, Sylvia: Log Out!

Philip,Gillian : Die Geheimnisse von Ravenstorm Island – Die verschwundenen Kinder

Pichon, Liz: Wo ich bin, ist Chaos – aber ich kann nicht überall sein

Poßberg & Böckmann: Das Wilde Haus der Tiere – Das Drama-Lama

Reifenberg, Frank M.: Codewort Risiko, Kampf im ewigen Eis

Reschke, Katharina: Morlot – Detektive schlafen nie

Robson, Jenny: Tommy Mütze

Roeder, Annette: Die Krumpflinge – Reihe 

Rühle, Alex : Zippel, das wirklich wahre Schlossgespenst

Ruhe. Anna: Die Duftapotheke (2). Das Rätsel der schwarzen Blume

Ruhe, Anna: Seeland – Per Anhalter zum Strudelschlund

Scherz, Oliver: Ein Freund wie kein anderer

Schiller, Fabian: Codewort Risiko, Die goldene Stadt im Dschungel

Schlitz, Laura Amy: Clara und die Magie des Puppenmeisters

Schmachtl, Andreas H.:  Tilda Apfelkern – Abenteuerliche Geschichten aus dem Heckenrosenweg

Schulz, Hermann: Mandela & Nelson. Das Rückspiel

Stewner, Tanya: Alea Aquarius – Der Ruf des Wassers

Stohner, Anu: Gretas Ferien

 Svensson, Linnea: Villa Wunderbar- Ein Waschbär zieht ein

 van de Vendel, Edward: Lena und das Geheimnis der blauen Hirsche

Weger, Nina: Club der Heldinnen Bd.1 – Entführung im Internat

Weger, Nina: Ein Krokodil taucht ab (und ich hinterher) 

Welk, Sarah: Lasse in der ersten Klasse

Wilk, Janine: Lilith Parker– Insel der Schatten

 Wildner, Martina: Königin des Sprungturms

Zillgens, Gerlis: Der Froschkönig – was wirklich geschah: Hipp & Hopp retten Papa Grünsprung

Buch des Monats Oktober 2019

Poßberg & Böckmann:

Das Wilde Haus der Tiere – Das Drama-Lama

Illustriert von Corinna Böckmann

Südpol-Verlag, 2018, 92 Seiten, 7 – 9 Jahre

Lilys Meerschweinchen Maffi thront gut festgebunden oben auf den Kartons des Umzugswagens. Plötzlich zwingt eine Katze den Fahrer das Steuer abrupt herumzureißen. Die Tür der Ladefläche springt auf, der Meerschweinchenkäfig rutscht und zersplittert auf der Straße. Maffi ist zum ersten Mal in ihrem Leben allein. Was soll sie tun? Dem Umzugswagen hinterherlaufen? Aber wo ist er hingefahren?

Eine Ratte nähert sich und rät Maffi, das „Wilde  Haus der Tiere“ aufzusuchen. „So ein Quatsch“, denkt Maffi. „Was soll das sein?“, und setzt ihre Suche nach Lily fort. Doch ohne ihr Zutun gelangt sie am Abend zu diesem eigenartigen Haus und lernt seine Bewohner kennen. Fuchs Lino, Chamäleon Pluto, Fledermaus Bruno, die Waldohreule Elvira und Hannibal, der Hirsch, begutachten Maffi: „Das ist ganz klar ein Meerschweinchen. Erkennt man an dem dicken Po und den kleinen Ohren.“

Weil Maffi kein Wildtier ist, soll sie weggeschickt werden, doch dann bekommt die Gruppe einen Spezialauftrag, bei dem ihnen das Meerschweinchen helfen kann. Ein Tier mit Punkten soll aus dem Zirkus zurück in seine Heimat gebracht werden. Doch die Rettungsaktion in der Manege verläuft gar nicht nach Plan und es kommt zu einer bösen Überraschung.

Mit Turbulenzen gelingt die Rückführung des Tieres nach Peru. Als Maffi das Flugzeug verlässt, schnuppert sie verzückt und seufzt: “Das riecht nach Heimat.“ Da wird Hannibal nachdenklich und überlegt: „Sag mal, kann es sein, dass du aus Peru stammst?“ Damit ist Maffi ein Wildtier. Super! Sie kann bei den Freunden  im Wilden Haus bleiben! Was soll sie auch in Peru?

Andrea Poßberg und Corinna Böckmann erzählen eine abenteuerliche Geschichte  aus verschiedenen Tierperspektiven, wobei jedes Tier über einen unverwechselbaren Charakter verfügt. Kinder wird neben der Hilflosigkeit des Meerschweinchens besonders die Tiergemeinschaft ansprechen, deren Mitglieder nach strengen Regeln leben (Sie dürfen sich nicht gegenseitig fressen.) und ihre Aufgabe darin sehen, Artgenossen in Not zu retten bzw. ihnen zu helfen. Die Rückholaktion im Zirkus lässt die Geschichte zu einem spannenden kleinen Krimi werden.

Der Text gliedert sich in kurze Kapitel, die in großer Schrift gedruckt sind. Mit schwarz-weißen, amüsanten Tierdarstellungen lockert Corinna Böckmann die Doppelseiten auf.

Das Buch ist für fortgeschrittene Leser von 7 Jahren an gedacht und kann auch bei Antolin aufgerufen werden. In diesem Jahr ist bei Südpol ein Folgeband erschienen: „Das Wilde Haus der Tiere – Baby Alarm“

Buch des Monats September 2019

Andreas H. Schmachtl

(Autor und Illustrator)

Tilda Apfelkern  – Abenteuerliche Geschichten aus dem Heckenrosenweg

Arena-Verlag Würzburg, 2017

Vorlesebuch für Kinder ab 4, 152 Seiten

Bei dieser Geschichtensammlung handelt es sich um eine Sonderausgabe zur TV-Serie. Diese wird seit 2016 in 26 Episoden zu 2 Staffeln produziert und im KIKA (MDR) ausgestrahlt.

Andreas Schmachtl schreibt und illustriert seit 2007 exklusiv für den Arena Verlag. Sein Herz gehört den kleinen Tieren, die wie die Menschen leben.

Auch im vorliegenden Buch gehen die kleinen Wesen miteinander so harmonisch um, wie dies für Menschen nur schwer möglich ist, und befinden sich überdies in völligem Einklang mit der Natur und den Jahreszeiten.

Tilda Apfelkern wohnt in einem Dorf hinter den Hügeln versteckt am Fuß einer Kirche, d.h. sie ist eine Kirchenmaus. In Ihrem Umfeld haben sich weitere Tiere häuslich eingerichtet und leben miteinander in freundschaftlicher Gemeinschaft, als da sind: Molly  – die Postmaus, Rupert – der Igel, Edna – das Eichhörnchen mit ihren Kindern, Robin – das Rotkehlchen und Schnecki. Ihr Wochenablauf unterliegt strengen Regeln. Ständig wird gekocht, gebacken und gepicknickt, wobei nicht nur der Mittwochnachmittagstee an die britische Tea-Time erinnern.

In Tildas  Freundeskreis verursachen selbst kleine Verwirrungen große Aufregung. Irritiert stellen die Tiere fest, dass sie sich bei einem Strickwettbewerb gegenseitig Konkurrenz gemacht haben, weil jeder glaubte das beste Deckchen stricken zu können. Doch Tilda rettet die Stimmung mit der Idee, aus allen unprämierten Teilen eine große Patchwork-Picknickdecke zu nähen (s. Buchcover) und damit eine gute Grundlage für ihre Imbisse im Freien herzustellen. Tilda macht eben immer aus allem das Beste.

Nie würde die Kirchenmaus jemandem ihre Hilfe verweigern. Als ihre Freundin Molly sich besorgt über die Menge ihrer Wintervorräte äußert, bietet sie ihr an, den Winter ganz einfach bei ihr zu verbringen. Da „würden die langen dunklen Abende gleich noch einmal so behaglich.“ Schließlich wird auch noch der Igel Rupert überredet, den Winter mit Molly in Tildas Haus zu verbringen: mit Dösen vor dem Kamin und vor allem mit gutem Essen.

Rupert hingegen ist für Tilda da, als sie ein Mäuserich, der sich als neue Kirchenmaus vorstellt, aus ihrem Haus verdrängen will. (Der alte Pfarrer ist in den Ruhestand gegangen.) So etwas wie eine Dienstwohnung für Kirchenmäuse  gibt es nicht, meint der Igel und kann seine Behauptung im Kirchenbuch auch belegen. „Rupie, du bist ein Held.“, jubelt Tilda da befreit.

In den Geschichten aus dem Heckenrosenweg reiht sich ein kleines Ereignis an das andere. Dementsprechend gibt es keine dramatischen Zuspitzungen und Spannungsbögen. Die Bewohner lösen Probleme einvernehmlich und oftmals unkonventionell, so dass jeder zu seinem Recht kommt. Die Texte sind Beschreibungen voller Harmonie.

Für das avisierte  Lesealter (ab 4 Jahre) verwendet der Autor eine recht anspruchsvolle Sprache. Mit einer Länge von 4 – 5 Seiten pro Geschichte hat er eine gute Vorleselänge gewählt.

Seine Zeichnungen stellen oft eine Welt im Kleinen dar, wobei sich Textinhalte sehr genau bis ins Detail in den Bildern wiederfinden.

Buch des Monats August 2019

Marc-Uwe Kling:

Der Tag, an dem die Oma das Internet kaputt gemacht hat

Illustriert von Astrid Henn,

Carlsen – Verlag, 72 Seiten, 2019

Lesealter 8 – 10 J., Vorlesealter ab 6 J.

Es kommt schon einmal vor, dass das Internet nicht funktioniert. „Es geht einfach nicht mehr“, sagt die Oma, die auf Tiffany aufpassen soll (oder umgekehrt?), weil der Kindergarten Ferien hat. „Ich glaube, ich habe das Internet kaputt gemacht.“ Tiffany möchte wissen, was das Internet eigentlich ist. Die Oma gerät mit ihren Erklärungsversuchen rasch an ihre Grenzen, erzählt etwas von Videotext zum Lesen. Ungeduldig mischt sich der ältere Bruder Max ein. „Das Internet ist wie die Pinnwand über meinem Schreibtisch. … Da kann man Nachrichten dran heften oder Fotos oder Geschichten oder Ausmalbilder, sogar Musik oder Filme. … Deshalb findet man auf viele Fragen die Antwort im Internet.“ Das soll Tiffany verstehen…  Als er seiner kleinen Schwester auf seinem Handy zeigen will, dass man über das Internet auch Nachrichten verschicken kann, scheitert seine Demonstration kläglich. Erstaunt muss auch er begreifen: Das Internet funktioniert nicht mehr.

Da ist in der Familie etwas los! Die 14-jährige Louisa kommt aus ihrem Zimmer gestürmt und beschwert sich wütend: „Meine Musik läuft nicht mehr!“ Opa will helfen, hat aber Gott sei Dank sein Werkzeug nicht dabei, um „ES“ aufzuschrauben. Glücklicherweise hat er ein altes Relikt, sein Kofferradio dabei. Aus dem Lautsprecher ist zu hören: „Das Internet … auf der ganzen Welt ist kaputt. Noch ist vollkommen unklar, wer oder was das Internet kaputt gemacht hat…“. Für Opa ist klar, die Oma war´s mir ihrem Klick, klick.

Allmählich wird der Familie  klar, was sie jetzt alles nicht mehr machen kann und wie abhängig die Menschen von ihren digitalen Geräten sind. Ohne Navigation findet weder der Vater noch der Pizzabote die richtige Adresse und die Mutter kommt nach Hause, weil sie ihre Arbeit bei der Bank nicht mehr erledigen kann. Im Gegenzug wird ihnen bewusst, dass sie nun mehr Zeitz haben, die sie gemeinsam nutzen könne und beginnen miteinander Spaß zu haben. Tiffany staunt über das völlig neue Familienleben. (Der Vater holt doch tatsächlich seine alte E-Gitarre vom Boden!)

Als ein Techniker das Internet repariert, ist alles wieder wie zu Anfang. Tiffany  hat Langeweile und wird traurig. Denn als wäre nichts gewesen, hängt nun jeder wieder an seinem Bildschirm und hat keine Zeit. Ob die Oma das Internet noch einmal kaputt machen kann?

Der erwachsene Leser verbindet den Namen des Autors vielleicht mit seinen Geschichten vom Känguru. Auch in diesem Text erzählt er flapsig, mit kurzen Dialogen und knappen Nachsätzen. Seine Formulierungen sind von subtilem Humor. Aus der Rahmenhandlung (Die Oma hat das Internet kaputt gemacht. Ihre Enkelin glaubt, dass sie nicht richtig auf sie aufgepasst hat.) heraus lässt Marc-Uwe Kling die Geschwister Tiffany erklären, was das Internet ist und zwar mit einfachen  verständlichen Aussagen. Mit dem Thema „Auszeit vom Internet“ führt er unsere mediale Vernetzung vor Augen, die sehr viel Zeit beansprucht und zur Abhängigkeit führen kann.

Das Buch regt zum Nachdenken an und ist  ein ideales Vorlesebuch für die ganze Familie, weil der Vorleser dem Verständnis des zuhörenden Kindes entsprechend Informationen vertiefen kann. Er selbst wird den ironischen Humor des Erzählers genießen.

Die Geschichte hätte, wie schon das Buchcover ahnen lässt, keine bessere Illustratorin haben können. Astrid Henn greift komische Situationen heraus und illustriert sie auf lebhafte Weise. Vor allem  die verschmitzten Gesichtsausdrücke lösen ein Schmunzeln aus.

Buch des Monats Juli 2019

Paul Maar:

Snuffi Hartenstein und sein ziemlich dicker Freund

Illustriert von Sabine Büchner

Oetinger – Verlag, 80 Seiten, Hamburg 2018

Lesealter 6 – 8 Jahre, womöglich schon ab 5 Jahre

Snuffi ist ein fröhlicher, witziger Hund. Er darf sogar den Namen seines Herrchens tragen: Hartenstein. Niko Hartenstein und er „gehören einfach zusammen“. Was haben sie nicht alles gemeinsam gemacht! Komisch nur, dass weder Nikos Eltern, noch seine Lehrerin oder seine Mitschüler Snuffi sehen können. Man ahnt – er ist nur ein vorgestellter Hund…  Eines Tages kommt Ole neu in die Klasse, setzt sich neben Niko und wird bald Nikos Freund. Snuffi findet immer weniger Beachtung, bis sein Herrchen ihn schließlich wegschickt.

Viele Kinder pflegen imaginäre Freundschaften, geben sie aber nach einer begrenzten Dauer wieder auf. Paul Maar hat in seinem Buch darüber nachgedacht, wie es den zurückgelassenen Freunden, hier den Tieren, dabei geht. Seine tröstliche Botschaft, auch im Nirgendwo einer fiktiven Welt kann man neue Freunde finden.

Ole hat ebenfalls an seinem unsichtbaren Begleiter, einem dicken Mops, das Interesse verloren und setzt ihn dem gleichen Schicksal aus wie Niko Snuffi. Im Nirgendwo begegnen sich die beiden Hunde, freunden sich an, sind jedoch besorgt, dass es sie nun gar nicht mehr gibt. Aber der Mops, den Snuffi Mucki nennt, zerstreut diese Besorgnis. Als Snuffi ihn fragt, ob er ihn sehen kann, bejaht Mucki. “Wenn du mich sehen kannst, muss es mich auch geben“, jubelt da Snuffi. Sie begreifen, dass  sie diese andere Welt mit ihren Vorstellungen gestalten können und richten sich gemütlich ein. Bald schleicht sich jedoch die Sehnsucht nach ihren Freunden ein. Und so gehen die beiden auf Anraten eines Zwerges einfach in die Menschenwelt zurück, um zu testen, ob die Freunde sich ihnen vielleicht wieder zuwenden, sprich sie sehen würden.

Sie werden enttäuscht. Doch die Geschichte hat natürlich ein Happy End. Denn immer gibt es weitere Kinder, die einen Hund haben möchten, denen dieser Wunsch aber versagt wird, und die sich daher einen Hund oder vielleicht sogar zwei vorstellen, die dann Snuffi Benker und Mopsi Benker heißen.

Dem vielfach ausgezeichneten Kinder- und Jugendbuchautor Paul Maar (Der tätowierte Hund, Lippels Traum, …) ist es wunderbar gelungen deutlich zu machen, dass man Freunde zwar verlieren und darüber traurig sein kann. Wenn man sich bemüht, kann man sich jedoch neu anfreunden. Denn es wird immer  auch jemanden anderen geben, der einen Freund braucht.

Der Autor erzählt in kurzen, kindgemäßen  Sätzen.  Der Text ist wie in Fibeln bzw. Erstlesebüchern gesetzt und lässt die Seiten  durch knappe Texte sehr übersichtlich erscheinen. Die Illustratorin Sabine Büchner verfährt ebenso, indem sie die farbigen, anregenden Bilder zumeist auf weißem Grund abbildet. Besondere Gestaltungsmerkmale tragen zur Orientierung im Text bei (Irgendwo? Nirgendwo?): Knappe Sprechblasen ordnen die Texte Personen zu und lockern die Seiten auf. Besondere Abschnitte der Handlung sind auf farbigen Seiten dargestellt. Hellblaue Schattenrisse weisen die imaginären Tiere aus.

Sabine Büchner illustriert klar und  übersichtlich, nicht ohne Liebe zum Detail. Über  Snuffis  Mimik und Körperhaltung muss man einfach schmunzeln und Mops Mucki als Gegenspieler erfreut den Betrachter einfach dadurch, dass er klein, rund und unbeweglich ist.

Snuffi Hartenstein ist ein sehr gutes Buch zum ersten Selberlesen. Jüngeren Kindern wird ein Vorleser helfen, die zahlreichen humorvollen Einzelheiten von Text und Bild zu entdecken, aber auch die Abstraktion der Handlung zu verstehen. In jedem Fall ist das Buch empfehlenswert.

P.S.: Leider sind beim Druck die Seiten 56 bis 59 nicht richtig gesetzt. Auf Seite 59 ist auch die Sprechblase abgeschnitten.

Buch des Monats Juni 2019

Stephanie Gessner:

Lil April – Mein Leben und andere Missgeschicke

Magellan-Verlag, 288 Seiten, Lesealter 11-13 Jahre 

Einfach hat es die zwölfjährige Lil nicht, sich  in einer sieben-köpfigen Familie mit Hund und Au-Pair-Mädchen zu behaupten, vor allem, wenn der Griechenland liebende Vater, der seine Kinder nach griechischen Göttern benannt hat, seiner Familie als „Zeus(el)“ vorsteht und bei Problemen „Zum Platon !“ schimpft.

Lil (Abkürzung von Lilaia) tut sich schwer mit dem Familien-trubel, denn sie ist ruhig, zurückhaltend und fühlt sich für alles verantwortlich. Wie selbstverständlich bürdet ihr die Mutter Hausarbeiten sowie Bring-und Abholdienste auf, da sie von ihrer Tochter (der ältesten) keinen Widerspruch erwartet. Man kann verstehen, dass Lil sich manchmal wünscht ein Einzelkind zu sein.

Doch an ihrem 13. Geburtstag wird sie der versammelten Familie erklären, dass nun Schluss ist mit der lieben Lil, die es allen recht macht. Sie möchte von nun an respektiert und in mit ihren Interessen und Wünschen ernst genommen werden. Bis dahin jedoch verbringt sie die Tage voller Selbstzweifel und in dem festen Glauben ein Pechvogel zu sein.

Plötzlich zieht in der Nachbarschaft ein Junge ein, der mit seinem Skateboard verwachsen zu sein scheint. Er sieht nett aus und weckt Lils Interesse. Unbemerkt beobachtet sie ihn, doch als er genau wie sie in die neue Klasse kommt, sind Begegnungen unausweichlich. Dennis bringt sie in Verwirrung. Ständig fragt sie sich, was er wohl über sie denkt, bis er sie eines Tages um Nachhilfe bei den Mathe-Aufgaben bittet. Die beiden lernen sich näher kennen und er erweist sich als unerwartet nett. Für Lil beginnt damit ein großes Wirrwarr der Gefühle. Sie hat sich verliebt!

Nebenher bahnt sich in der Familie ein besonderes Problem an. Alle wissen, dass der Vater schusselig ist und manchmal merkwürdig altertümlich wirkt, aber neuerdings geht sein Benehmen weit darüber hinaus. Er verhält sich einfach komisch, hält Verabredungen nicht ein, was besonders die Mutter ärgert, und scheint Geheimnisse zu haben. Lil und ihr älterer Bruder Pego (Pegasos) schließen ein Verhältnis zu einer Kollegin nicht aus und sind entschlossen, sich darüber Klarheit zu verschaffen. In diesem Fall denkt Lil, wie gut, dass ich einen Bruder habe, der mir dabei zur Seite steht (auch wenn er ein Angeber und Chaot ist).

Stephanie Gessner erzählt eine richtig schöne Mädchengeschichte über die aufregenden Gefühle des ersten Verliebtseins. Sie umreißt Lils Situation so gut, dass man sich in sie hinein versetzen  und  den Weg der Selbstfindung und des Erwachsenwerdens nachempfinden kann. Dieser Erzählstrang wird durch das „Vaterproblem“ und die verrückten Erlebnisse, die das Zusammenleben mit fünf Kindern in einer Großfamilie mit sich bringt, unterbrochen. Das sorgt für Spannung und Erheiterung.

Einmal eingelesen möchte man das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Das liegt an dem flüssigen Schreibstil und den erfrischend humorvollen Formulierungen der Autorin. Die Geschichte hat ein offenes Ende, da ihm noch drei weitere Bände folgen:

  • Lil April – Eine Katastrophe jagt die nächste
  • Lil April – Das Chaos kommt selten allein
  • Lil April –Mein ganz normaler Wahnsinn