Buch des Monats Oktober 2017

Chris Higgins: Meine lustige Familie

Illustriert von Lee Wildish, aus dem Englischen von Katja Frixe, dtv Junior, Deutsche Erstausgabe 2015, 288 Seiten, ab 7 Jahren

ChrisHiggins

Bei den Sommerfelds ist jeden Tag was los. Kein Wunder! Der Vater Künstler, fünf Kinder, ein Hund, ein Onkel, Oma und Opa und die Mutter mit einem offenen Ohr für alle.

Die neunjährige Mattie (Sie trägt gern Strickmützen.) erzählt lebhaft von ihrem ganz „normalen“ (turbulenten) Alltag und bindet auf diese Weise die Leser in ihre Freuden, aber auch ihre Sorgen mit ein. Weil sie sich für alles verantwortlich fühlt, schreibt sie in „Sorgenlisten“ auf, was sie bewegt. Warum war ihre Mutter beim Arzt? Warum lässt sich ihre Schwester nicht beim Lesenlernen helfen? Was, wenn Mama und Papa aufhören, sich gegenseitig zu mögen? Diese und andere Fragen bewegen Mattie, sie erfahren aber zum Ende der Geschichte eine schöne Auflösung.

In Matties Familie geht es fröhlich zu. Obwohl auf beengtem Wohnraum manchmal das Chaos herrscht, bleiben die Eltern gelassen und versuchen unaufgeregt  mit Humor ihre Kinder zu steuern. Ob sie diese nun den ohnehin kleinen Garten umgraben lassen, damit sie sich im gemeinsamen Gemüseanbau versuchen können oder einen Zelturlaub auf einem Bauernhof in Cornwall auf sich nehmen, damit ihre Kinder in den Sommerferien verreisen können; materielle Anreize sind nicht maßgeblich. Wenn die Geschenkebeschaffung zu Weihnachten zum Problem wird, helfen eben der Opa und der Onkel mit kreativen Ideen beim Selbermachen und es wird auch schon mal ein Gegenstand in abgewandelter Form ein zweites Mal verschenkt.

Als am Weihnachtsabend in der Geborgenheit der vollzähligen Familie Matties kleiner Bruder geboren wird, hat sie den Arztbesuch der Mutter schon lange von ihrer „Sorgenliste“ gestrichen. Nun braucht „das beste Weihnachtsgeschenk der Welt“ nur noch einen passenden Namen.

Das Buch von 288 Seiten ist drei Überschriften zugeordnet und in kurze, überschaubare Kapitel gegliedert. Witzige Illustrationen veranschaulichen Handlungen und lockern den Text auf. Von dem möchte man immer mehr lesen, und so ist es nicht verwunderlich, dass unter dem Titel „Meine lustige Familie und ich“ im Dezember dieses Jahres ein zweiter Band erscheint.

Auch wenn es so scheint: Der vorliegende Text ist kein „Mädchenbuch“. Die Autorin enthält sich jeder Klischees. Im Umgang mit  der Verschiedenartigkeit eines jeden Familienmitgliedes geht es um Respekt und gegenseitiges Verstehen.

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Unsere Bücher des Monats – Übersicht mit Buchcover

Hier haben wir noch einmal alle unsere Bücher des Monats mit dem Buchumschlag zusammengestellt.

Wenn man auf das jeweilige Buch klickt, kommt man zu unserer Buchbesprechung.

Das Copyright der Cover liegt natürlich beim jeweiligen Verlag.  Wir bedanken  uns ausdrücklich dafür, dass wir die Cover hier zeigen dürfen.

ChrisHiggins

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Die Krumpflinge - Egon zieht ein von Annette Roeder51xbne9qnkl-_sx331_bo1204203200_06984_EmiundLuna.indd

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9783407820273u1_978-3-596-85492-9Ferdi_Lutz_und_ich9783522501422Magic_Cape.inddmit freundl. Genehmigung des Aladin Verlags

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Buch des Monats September 2017

Susanne Lütje:

Pauli Poltergeist – Willkommen in der Villa Funkelstein

Mit Bildern von Catharina Westphal

Verlag Friedrich Oetinger, Hamburg 2012, 167 Seiten, ab 8 Jahren9783789141751

Zu Karl-Friedrich Lockes Zeiten, also „vor hundert Jahren, war die Villa Funkelstein das schönste und herrschaftlichste Haus“…“in der ganzen Stadt gewesen.“ Nun ist es heruntergekommen und verlassen – aber der Schein trügt. Hinter den einsturzgefährdeten Mauern leben nach wie vor Karl-Friedrichs Freunde, die blauen Poltergeister Paul und Pauline (Zwillinge), ihre Eltern sowie Opa Pinkus und ein missmutiger Dämon. Mit Polterspäßen vertreiben sie sich die Zeit und warten seit Ewigkeiten auf seinen Erben, der wieder Leben in das Haus bringen soll.

Eines Tages steht plötzlich Karl-Friedrichs Enkel, Frank Locke, vor der Tür. Endlich verspricht das Geisterleben wieder interessant zu werden! Es ist daher nicht verwunderlich, dass er mit allen Künsten freudig begrüßt wird: mit Kanonen-Klamauk, mit Party-Poltern und Pyro-Effekten. Doch das scheint den jungen Erben umzuhauen. Er wird ohnmächtig und hat damit für Opa Pinkus schon verspielt. In seinen Augen ist er nicht der ersehnte Verwandte, sondern ein Waschlappen. Paul und Pauline fühlen sich hingegen zu Frank Locke hingezogen und sind ihm bald freundschaftlich zugewandt. Als herauskommt, dass er aus der alten Villa ein Abenteuerhotel machen will, ändert der Opa seine Meinung. Dort könnten schließlich Poltern und Spuken wieder gebraucht werden.

Leider hat Frank Lockes energische Mutter ganz andere Pläne. Sie will die „alte Bruchbude“ abreißen. „Zack, weg damit, und alles neu.“ Doch sie hat die Rechnung ohne die Poltergeister gemacht.  Mit Vergnügen liest man, welche  Tricks sie anwenden, um nicht hinausgeekelt zu werden und ihren Freund vor Hildegard Lockes Zugriff zu bewahren. Als ihr Sohn auch noch überlegt, das Hotel Funkelstein möglichst so zu lassen, wie es zu Zeiten seines Großvaters war, wissen die Poltergeister: Das Warten auf den richtigen Erben hat sich gelohnt.

Susanne Lütje reiht in ihrem Buch eine abenteuerliche, witzige Szene an die nächste und weckt damit Leselust. Mit fantastischen Beschreibungen und kreativen Wortschöpfungen erzählt sie lebhaft die turbulente Handlung. Steht zunächst das verrückte Teiben der Poltergeister im Mittelpunkt, so geht es im Verlauf der Handlung hauptsächlich darum, ihren Freund Frank vor dem Zugriff der Mutter zu schützen, ihn zu unterstützen und mit allen Künsten des Spuks zu verteidigen.

Catharina Westphals anregende farbige Illustrationen vertiefen gut die Vorstellung vom Ort der Handlung und ihren Akteuren.

Das Buch eignet sich zum Selberlesen, kann jüngeren Kindern aber auch gut vorgelesen werden.

In der Reihe „Pauli Poltergeist“ ist dies der erste Band. Erhältlich sind noch Band 2: Das große Gruselfest und Band 3: Jetzt schlägt´s dreizehn!

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Buch des Monats August 2017

Rüdiger Bertram:  Coolman und ich – Ein Job für alle Fälle (Bd.4 der Coolman-Reihe)

Ein Comic-Roman mit Bildern von Heribert Schulmeyer 

Verlag Friedrich Oetinger, Hamburg 2011, 192 Seiten, ab 10 Jahren9783841502247

Wenn Kai in Schwierigkeiten steckt, setzt sein unsichtbarer Begleiter COOLMAN alles daran, ihm aus der Patsche zu helfen. In seinem Aussehen einem Supermann ähnlich ist er der Akteur zahlreicher Comicstrips, die die Buchseiten auflockern. Darin gibt er seinem Freund unmögliche, abgefahrene Ratschläge, deren verrückte Folgen in der Bildhandlung fiktiv auf die Spitze getrieben werden.

Ohne Frage verleihen diese Zeichnungen der Handlung Tempo und Action, aber auch Komik. COOLMAN bringt den Leser mit Verrücktheiten einfach zum Lachen. Für einen amüsanten Sprachwitz sorgen hingegen Kais Hektik und sein Überaktionismus.

Ausgangspunkt der Handlung ist sein Wunsch, seine Ex-Freundin mit einem Ring wiederzugewinnen. Bei seiner Internetbestellung vertippt er sich unglücklicherweise, so dass aus dem Gebot  von   10,50 € plötzlich 1500,00 € werden. Da sich die Anbieter auf Verhandlungen nicht einlassen – der Junge ist zwar nicht geschäftsfähig – , ihn vielmehr unter Druck setzen, glaubt Kai nun ganz viel Geld verdienen zu müssen. Seine Bemühungen sind jedoch wenig erfolgreich. Als Hundesitter kapituliert er vor einer „Hunde-Hyänen-Milchkuh-Mischung“, die ihn mit Mundgeruch einnebelt und als Losverkäufer beweist er kein Durchhaltevermögen, weil ihm seine Ex-Freundin begegnet. Ein Job als Komparse führt ebenso wie der als Babysitter oder Kaufhausdetektiv zu einem fatalen Ende.

Das vorliegende Buch ist so abwechslungsreich geschrieben, dass man aus dem Lesen nicht herauskommt. In seinem Sprachstil passt es sich der Altergruppe der Leser an.

Die Kombination von Comic und handlungsbetontem Text wird besonders Jungen ansprechen. Sollten sie nicht sehr leseausdauernd sein, werden ihnen die zahlreichen Absätze helfen, die die elf Kapitel unterteilen.

Der erste Band der Reihe „COOLMAN und ich“  ist 2010 erschienen. Mit dem vorliegenden Buch gibt es acht weitere Bände dieser Comic-Romane, was vermuten lässt, dass es zahlreiche begeisterte Leseanhänger gibt.

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Die Bücher des Monats auf einen Blick!

Ein Klick auf den Titel führt zu unserer Buchvorstellung.

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Ackermann, Anja: Emi und Luna. Eine Freundschaft mit Kawumm. Ein Huhn steht kopf

Andres, Kristina: Mucker & Rosine

Blazon, Nina: Lillesang

Bertram, Rüdiger: Gegen uns könnt ihr nicht anstinken

Bertram, Rüdiger: Coolman und ich

Biegel, Paul: Die Prinzessin mit den roten Haaren 

Boonen, Stefan: Ein Mädchen, sieben Pfannkuchen und ein roter Koffer

Collins, Suzanne:  Gregor und die graue Prophezeiung

Engström Mikael/Willis, Helena: Ida, Paul und Frankensteins Katze  

Foxley, Janet: Munkel Trogg –  Der kleinste Riese der Welt

Fröhlich, Anja: Lou und Rokko und das Katzenchaos

Higgins, Chris : Meine lustige Familie

Hub, Ulrich: Füchse lügen nicht

Hula, Saskia: Kaninchentage

Kaster, Armin: Ferdi, Lutz und ich

 Johnson, Pete:   Gut kombiniert, Trottel!  – Das magische Cape

Krohn, Leena: Emil und der Pelikanmann

Lüftner, Kai: Achtung, Milchpiraten – Rache für Rosa

Lütje, Susanne: Pauli Poltergeist – Willkommen in der Villa Funkelstein

Lubar, David: Plötzlich Zombie: So ein Mist!

Ludwig, Sabine:Warum Kater Konrad ins Wasser sprang und eine Maus in die Luft ging

Madden, Deirdre: Tierparadies Emily & Co.

Mason, Simon: Die Quigleys

Morgenroth, Matthias: Freunde der Nacht

Nesbo, Jo: Doktor Proktors Pupspulver

Nilsson, Frida: Hedvig! Das erste Schuljahr

Oschmann, Oliver; Witt, Sylvia: Log Out!

Pichon, Liz: Wo ich bin, ist Chaos – aber ich kann nicht überall sein

Reifenberg, Frank M.: Codewort Risiko, Kampf im ewigen Eis

Reschke, Katharina: Morlot – Detektive schlafen nie

Robson, Jenny: Tommy Mütze

Roeder, Annette: Die Krumpflinge – Reihe

Ruhe, Anna: Seeland – Per Anhalter zum Strudelschlund

Schiller, Fabian: Codewort Risiko, Die goldene Stadt im Dschungel

Schlitz, Laura Amy: Clara und die Magie des Puppenmeisters

Schulz, Hermann: Mandela & Nelson. Das Rückspiel

Stewner, Tanya: Alea Aquarius – Der Ruf des Wassers

Wilk, Janine: Lilith Parker – Insel der Schatte

 Wildner, Martina: Königin des Sprungturms

Weger, Nina: Ein Krokodil taucht ab (und ich hinterher) 

 van de Vendel, Edward: Lena und das Geheimnis der blauen Hirsche

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Buch des Monats Juli 2017

Liz Pichon: Tom Gates – Band 1:

Wo ich bin, ist Chaos – aber ich kann nicht überall sein

Aus dem Englischen von Verena Kilchling , SchneiderBuch 2011, 252 Seiten, ab 10 Jahren

U_12936_SB_VS_TOM_GATES.IND7Dass der zehnjährige Fünftklässler Tom nach den Sommerferien nicht mehr hinten, sondern vorne in der Klasse sitzen muss, hat seinen Grund. Unter Mr. Fullermans (Klassenlehrer) strengen Blicken kann er nicht mehr zeichnen oder Comics lesen (sollte man meinen …).

Als Tom die schlaue Amy neben sich sitzen sieht, tröstet er sich damit, gegebenenfalls von ihr abgucken zu können. Doch dann bemerkt er auf der anderen Seite Marcus Meldrew. Oh nein! Der in seinen Augen nervigste Junge der Schule! Schon jetzt ist klar, Marcus wird genau wie Toms ältere Schwester Delia Leidtragender seiner frechen Witze und Späße werden.

Tom und sein Freund Derek haben eine Lieblingsband, die DUDE 3, und wünschen sich nichts sehnlicher, als bei einem ihrer Konzerte dabei zu sein. Ihr eifern die beiden nach. Sie haben ebenfalls eine Band gegründet, die DOGZOMBIES, die sie ausgiebig beschäftigt. Welche Songs sollen sie einüben? Wie sollen ihre Werbeplakate aussehen? Welche Rockstarposen müssen sie drauf haben? usw.. Bei dieser Beanspruchung kommt Tom immer etwas dazwischen, wenn er seinem „Wunsch“ nachkommen will, für die Schule zu arbeiten und gute Noten für seine Hausaufgaben zu bekommen. Er versucht sich mit erfindungsreichen Ausreden und reiht so eine Entschuldigung an die nächste.

Das Buch ist im Tagebuchstil aus Toms Sicht geschrieben und reiht kleine Alltagsabenteuer aneinander. Es ist unkompliziert mit unterhaltendem Anspruch und erzählt mit Wortwitz, gespickt mit humorvollen Zeichnungen und erklärenden Kritzeleien über komische Mitschüler und Lehrer, die nervige Schwester und peinliche Eltern.

Tom ist auf erfindungsreichen Spaß aus, aber nicht auf böswilligen Unsinn. Er will eben „cool“ sein. Jungen ähnlichen Alters können sich damit gut identifizieren und möglicherweise auch den Traum nachvollziehen, ein Rockstar zu werden.

Das Buch macht mit einem bunten, ansprechenden Comic-Cover auf sich aufmerksam. Die Seiten sind durchgehend illustriert, was „lesefaulen“ Kindern sicher entgegenkommt. Die Kombination aus Wörtern verschiedener Schriftarten in großer Schriftgröße und oft auch seitenfüllenden Zeichnungen lassen einen die 242 Seiten schnell lesen, zumal die Zeichnungen die Textinhalte nur optisch untermalen.

Tom Gates ist der erste Buch einer Reihe. Es folgen weitere 7 Bände. Leser, die Fortsetzungen mögen, finden also ausreichend Nachschub.

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Buch des Monats Juni 2017

Nina Blazon: LILLESANG

Das Geheimnis der dunklen Nixe

Mit Illustrationen von Iris Luckhaus, Verlag cbt 2014,

416 Seiten, ab 10 Jahren

 

Das Cover dieses Buches zieht sofort den Blick auf sich: Fischschuppen glitzern in Blau- und Grüntönen, der Haut von Nixen und Meerjungfrauen gleich.

Die 11-jährige Jo (Jolanda) liebt das Wasser. Als ihre Familie das alte Haus ihrer Tante Mette an der dänischen Küste erben soll, freut sie sich sehr. Die gruseligen Geschichten, die ihr die alte Nachbarin Bente vom Gongur erzählt, der angeblich an Land kommt und Menschen ins Meer holt, erschrecken sie nicht. Ein Rätsel gibt ihr allerdings das Verhalten ihrer Mutter auf. Sie verbietet ihr rigoros nicht nur ins, sondern sogar überhaupt ans Wasser zu gehen.

In der Tat erweist sich die Nähe zum Wasser für Jo bald als nicht ungefährlich. In der Nacht lockt sie eine magische Stimme hinaus an den Strand und hätte sie ins Wasser gezwungen, hätte die alte Bente sie nicht gerettet. Ist sie ihr Schutzengel oder eine Bedrohung? Für Jo mehren sich die Anzeichen, dass sie ein falsches Spiel spielt und als einzige Jos unfassbares Familiengeheimnis kennt.

Kurz nach ihrer Ankunft in Dänemark lernt Jo Julie und ihren älteren Bruder Mads kennen. Sie werden gute Freunde und versuchen gemeinsam mit Jos deutscher Freundin Tanja die verwirrenden Ereignisse aufzuklären und den abenteuerlichen Bedrohungen zu entkommen. Leser/innen werden sich gut mit den geschilderten Charakteren identifizieren können und ihrem Sieg mit entgegenfiebern.

Nina Blazon präsentiert mit „Lillesang“ eine andere, neue Sicht auf die Märchenwelt „Der kleinen Meerjungfrau“ von Hans Christian Andersen. Nicht anmutigen Meerjungfrauen gilt ihr Interesse, sondern dem Geheimnis einer dunklen Nixe. Was es damit auf sich hat, wird erst am Ende des Buches klar. Bis zu diesem Spannungshöhepunkt fesseln ständige Wendungen den Lesenden. Sind die Meerewesen gut oder böse? Wer ist Freund, wer Feind? Nie weiß er, wem er trauen kann und wem nicht. Der Gruselfaktor ist beträchtlich. Vielleicht sollte man das Buch auch erst ab 12 Jahren lesen. Bestimmt spricht es auch die Fantasy-Interessen Älterer an.

Das Buch zieht einen sofort in den Bann. Der Text liest sich mit Leichtigkeit. Man möchte es nicht mehr aus der Hand legen um das Lesetempo zu erhöhen.

Jedes Kapitel ist in der Überschrift mit ausgewählten Meerestieren illustriert.

 

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Buch des Monats Mai 2017

Frida Nilsson: Hedvig! Das erste Schuljahr

Mit Bildern von Anke Kuhl, übersetzt aus dem Schwedischen von Friederike Buchinger, 173 Seiten, ab 7 Jahren, Gulliver von Beltz & Gelberg 2016

9783407744531Die siebenjährige Hedvig wohnt im schwedischen Ängatorp und beneidet die Kinder von Bullerbü. Die haben zumindest zwei Nachbarn, doch Hedvig wohnt eigentlich „Nachbar mit Niemand“ auf einem Einzelgehöft und das ist manchmal wirklich zutiefst langweilig. Verständlich, dass sie sich da nach dem Besuch der Schule sehnt.

Frida Nilsson begleitet Hedvig durch ein ganzes Jahr und erzählt amüsiert in kurzen Geschichten die Ereignisse, die sich aus Hedvigs verrückten Einfällen ergeben. (Beim erwachsenen Leser weckt sie unwillkürlich Erinnerungen an die Aufregungen, Fantasien und Nöte der eigenen Kindheit.)

Mit Linda, ihrer Banknachbarin in der 1. Klasse, versteht sich Hedvig gleich so gut, dass der Lehrer sie auseinandersetzen muss, „weil sie den Schnabel nicht eine Sekunde halten können.“ Beide hecken so manchen Streich aus. Da wird Ellen, die beim „Pferd spielen“ der Hengst ist und nicht gehorchen will, schon mal einvernehmlich hinter Schloss und Riegel in den Schuppen gesperrt – und vergessen. Rickard hat einen ganzen Schulvormittag genervt. Das verlangt nach Rache. Blitzschnell drückt ihm Hedwig aus dem Seifenspender etwas Seife in die Saftflasche, nicht ahnend, dass Rickard am Abend spucken muss. Was zunächst wie eine Attacke auf sein Leben auassieht, erweist sich schließlich, Gott sei Dank, als eine harmlose Magen-Darm-Grippe.

Hinterher ist das schlechte Gewissen immer groß und Hedvig plagt herzergreifende Reue. Die Eltern stehen ihr dabei tröstlich zur Seite. Sie erziehen ihre Tochter unkonventionell und tragen auf diese Weise oft zu den Erlebnissen unangepassten Verhaltens bei. Die daraus resultierende Situationskomik erinnert an die Erzählungen Astrid Lindgrens.

Hedig erweckt von Anfang an in ihrer heiteren, verschmitzten Art die Sympathie des Lesers. Von der Auswahl der alltäglichen Episoden und der Hauptfigur her kann man den Text als Mädchenbuch einordnen. Er ist ein  ideales Vorlesebuch, auch auf Grund der abgeschlossenen Kapitel, und eignet sich als Geschenk für Schulanfänger.

Anke Kuhl hat den jeweiligen Kapiteln themenbezogene kleine Illustrationen vorangestellt.

In der Reihe mit Hedvig! sind weitere Bände erhältlich: Im Pferdefieber,  Der Sommer mit Specki  und  Die Prinzessin von Hardemo

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Buch des Monats April 2017

Matthias Morgenroth: Freunde der Nacht

Illustrationen von Astrid Henn, Originalausgabe, 160 Seiten, ab 9 Jahren,  dtv,  2015

Matthias Morgenroths Buch handelt von den abenteuerlichen Ereignissen einer einzigen Nacht, der Johannisnacht. Am 23. Juni endet der längste Tag des Jahres, aber auch die kürzeste Nacht, in der ausgesprochene Wünsche wahr werden sollen.

Lea hat ein großes Problem. Sie wird die Nähe zu ihrem Freund Johannes (Jojo) verlieren, weil sie umziehen muss. In der Johannisnacht sieht sie die Chance, diese Entscheidung abzuwenden. Entschlossen überredet sie daher Jojo, sie am späten Abend zum Flussufer zu begleiten, ein Johannisfeuer zu entzünden und Johanniskraut zu essen. So werden sie dunkelsichtig und können in die geheimnisvolle Welt der Nachtwesen eintauchen, denen man nachsagt, Wünsche erfüllen zu können. Surreale Gestalten, Vampiller, Dunkeldrummeln und ein Nachtschreck begleiten ihren Weg und führen sie in den dunkelsten Teil eines Waldes zum mächtigen Jan van Monden.

„Na, Mondprinzessin?“, begrüßt er Lea und scheint auf sie , gewartet zu haben. In der dunkelsten Stunde der Nacht fordert er sie auf, ihren Wunsch zu flüstern. „Ich bleibe hier“, wispert sie, nicht ahnend, dass der Herrscher der Nacht ihre Aussage wörtlich versteht und sie zu einer der Seinen machen möchte. Verzweifelt spricht daher Jojo seinen (Gegen-) Wunsch aus. Er möchte, dass Lea wieder frei kommt. Doch so leicht macht es Jan van Monden den Kindern nicht. Erst, wenn sie es schaffen, vor Anbruch der Helligkeit wieder in ihrer Wohnung zu sein, sind sie frei. Die Stadt allerdings ist hell beleuchtet und Lea als angehender Mondprinzessin würde die Berührung mit Licht großen Schaden zufügen. Eine dramatische Flucht aus dem Reich der Nachtwesen beginnt.

Das Buch ist nicht nur eine Nachtabenteuergeschichte, sondern auch eine Freundschaftsgeschichte. Nur der Zusammenhalt der Kinder rettet sie.

Der Text ist packend geschrieben und bis zum Schluss spannend. Er ist in 19 kurze Kapitel gegliedert. Eine besondere Faszination üben beim Lesen die zahlreich auftauchenden skurrilen Nachtwesen aus. In den Text eingestreut finden sich, Sprechblasen ähnlich, witzige Gespräche der Vampiller Nyx und Nox, die das Geschehen aus ihrer Sicht als Nachtlinge begleiten.

Die Buchseiten weisen eine dramaturgische Gestaltung auf. Mit dem Voranschreiten der Nacht und der Gefährlichkeit der Ereignisse werden die Seiten immer dunkler. Erst mit dem Morgen und der sich anbahnenden Lösung gelangt der Leser zurück zum Licht, zu hellen Seiten.

Regina Kehns Zeichnungen sind geheimnisvoll und passen sich dem Geschehen in Grau und Schwarz an. Nur die Augen leuchten aus jedem Bild weiß heraus.

Für ihr Buch „Freunde der Nacht“ erhielten der Schriftsteller Matthias Morgenroth und die Grafikerin Regina Kehn den Rattenfänger-Literaturpreis der Stadt Hameln im Jahr 2016.

Besonders gewürdigt wurde, dass sie „sprachliche und gestalterische Bilder“ finden, „die weit ins Netz von literarischen Bezügen ausgreifen und dabei eine ganz eigene phantastische Atmosphäre entstehen lassen.“

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