Buch des Monats April 2017

Matthias Morgenroth: Freunde der Nacht

Illustrationen von Astrid Henn, Originalausgabe, 160 Seiten, ab 9 Jahren,  dtv,  2015

Matthias Morgenroths Buch handelt von den abenteuerlichen Ereignissen einer einzigen Nacht, der Johannisnacht. Am 23. Juni endet der längste Tag des Jahres, aber auch die kürzeste Nacht, in der ausgesprochene Wünsche wahr werden sollen.

Lea hat ein großes Problem. Sie wird die Nähe zu ihrem Freund Johannes (Jojo) verlieren, weil sie umziehen muss. In der Johannisnacht sieht sie die Chance, diese Entscheidung abzuwenden. Entschlossen überredet sie daher Jojo, sie am späten Abend zum Flussufer zu begleiten, ein Johannisfeuer zu entzünden und Johanniskraut zu essen. So werden sie dunkelsichtig und können in die geheimnisvolle Welt der Nachtwesen eintauchen, denen man nachsagt, Wünsche erfüllen zu können. Surreale Gestalten, Vampiller, Dunkeldrummeln und ein Nachtschreck begleiten ihren Weg und führen sie in den dunkelsten Teil eines Waldes zum mächtigen Jan van Monden.

„Na, Mondprinzessin?“, begrüßt er Lea und scheint auf sie , gewartet zu haben. In der dunkelsten Stunde der Nacht fordert er sie auf, ihren Wunsch zu flüstern. „Ich bleibe hier“, wispert sie, nicht ahnend, dass der Herrscher der Nacht ihre Aussage wörtlich versteht und sie zu einer der Seinen machen möchte. Verzweifelt spricht daher Jojo seinen (Gegen-) Wunsch aus. Er möchte, dass Lea wieder frei kommt. Doch so leicht macht es Jan van Monden den Kindern nicht. Erst, wenn sie es schaffen, vor Anbruch der Helligkeit wieder in ihrer Wohnung zu sein, sind sie frei. Die Stadt allerdings ist hell beleuchtet und Lea als angehender Mondprinzessin würde die Berührung mit Licht großen Schaden zufügen. Eine dramatische Flucht aus dem Reich der Nachtwesen beginnt.

Das Buch ist nicht nur eine Nachtabenteuergeschichte, sondern auch eine Freundschaftsgeschichte. Nur der Zusammenhalt der Kinder rettet sie.

Der Text ist packend geschrieben und bis zum Schluss spannend. Er ist in 19 kurze Kapitel gegliedert. Eine besondere Faszination üben beim Lesen die zahlreich auftauchenden skurrilen Nachtwesen aus. In den Text eingestreut finden sich, Sprechblasen ähnlich, witzige Gespräche der Vampiller Nyx und Nox, die das Geschehen aus ihrer Sicht als Nachtlinge begleiten.

Die Buchseiten weisen eine dramaturgische Gestaltung auf. Mit dem Voranschreiten der Nacht und der Gefährlichkeit der Ereignisse werden die Seiten immer dunkler. Erst mit dem Morgen und der sich anbahnenden Lösung gelangt der Leser zurück zum Licht, zu hellen Seiten.

Regina Kehns Zeichnungen sind geheimnisvoll und passen sich dem Geschehen in Grau und Schwarz an. Nur die Augen leuchten aus jedem Bild weiß heraus.

Für ihr Buch „Freunde der Nacht“ erhielten der Schriftsteller Matthias Morgenroth und die Grafikerin Regina Kehn den Rattenfänger-Literaturpreis der Stadt Hameln im Jahr 2016.

Besonders gewürdigt wurde, dass sie „sprachliche und gestalterische Bilder“ finden, „die weit ins Netz von literarischen Bezügen ausgreifen und dabei eine ganz eigene phantastische Atmosphäre entstehen lassen.“

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Buch des Monats März 2017

Sabine Ludwig:

Warum Kater Konrad ins Wasser sprang und eine Maus in die Luft ging

Illustrationen von Astrid Henn,   160 Seiten,   ab 8 Jahren, cbj 2016

In ihrer humorvollen Geschichte über Kater Konrad vermenschlicht Sabine Ludwig die Katzen. Diese leben in Häusern, in Familien und anstatt Mäuse zu jagen, kaufen sie die Tiere als Wurst oder Gehacktes in einer Fleischerei. Ihre Kinder warnen die Katzen vor den bösen Hunden, die jenseits des Flusses leben.

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Konrad hat eine überfürsorgliche Mutter, die ihm keinen Freiraum gönnt und ihm den Ranzen hinterherträgt. Für seine Mitschüler Kurt und Kasper immer wieder ein Anlass, ihn „Mamakätzchen“ und „Hosenscheißer“ zu rufen und ihn zu drangsalieren. Verständlich, dass sich der kleine Kater daher am liebsten in die spannenden Geschichten seiner Bücher flüchtet.

Doch eines Tages erfährt sein Leben eine abenteuerliche Wende. Gerade will er hungrig in sein Pausenbrot beißen, als ein Stimmchen ruft: „Friss mich nicht!“ Bei genauerer Untersuchung stellt er fest, der Brotbelag, eine dicke Hafermastmaus, hat gesprochen; scheint offensichtlich lebendig zu sein. Angeekelt wirft Konrad das Brot in den Mülleimer auf dem Schulhof. „Er kann doch keine lebende Maus fressen! Das haben seine Vorfahren vor hundert Jahren gemacht!“ – „Wer das Brot nicht ehrt, ist die Maus nicht wert!“, schimpft da Herr Katzkowski, Konrads Lehrer. Kleinlaut nimmt der kleine Kater das Brot  wieder an sich.

Nach Schulschluss öffnet er vorsichtig die Dose in der Hoffnung, die Maus sei nun tot. Doch die beschwert sich äußerst lebendig über die schlechte Behandlung, hängt sich auf Schritt und Tritt an ihn und will von nun an „Marie Antoinette“ (Thema des Geschichtsunterrichts) genannt und königlich behandelt werden.

Auch wenn es zunächst nicht danach aussieht: Hier beginnt eine reizende Freundschaftsgeschichte, die durch komische und witzige Dialoge zwischen Kater und Maus unterhaltsam zu lesen ist. Konrad lernt sich und die Welt besser kennen und begreift, dass sich manche Behauptungen als Vorurteile erweisen. Marie Antoinette reißt ihn in ein großes Abenteuer: Aus „Konrädchen“ wird selbst-bewusst Konrad. Und so springt er in den verbotenen Fluss, obwohl Katzen eigentlich nicht schwimmen können und seine Freundin wirbelt durch die Luft, obwohl Mäuse nicht fliegen können. Als sie schließlich am Nachbarufer bei den Hunden landen, machen sie eine überraschende Erfahrung.

Der Text liest sich leicht und überrascht immer wieder mit absurden Situationen und Sprachwitz. Bestimmt ist er zum Vorlesen bestens geeignet.

Astrid Henn interpretiert die Handlung textnah in unterschiedlichen Bildformaten. Besonders gelungen sind die zarten, ausdrucksstarken Mäusedarstellungen: Marie Antoinette mit Klimperaugen und rotem Kussmund.

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Unsere Bücher des Monats – Übersicht mit Buchcover

Hier haben wir noch einmal alle unsere Bücher des Monats mit dem Buchumschlag zusammengestellt.

Wenn man auf das jeweilige Buch klickt, kommt man zu unserer Buchbesprechung. Das Copyright der Cover liegt natürlich beim jeweiligen Verlag.

Wir bedanken uns ausdrücklich dafür, dass wir die Cover hier zeigen dürfen.

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Die Krumpflinge - Egon zieht ein von Annette Roeder51xbne9qnkl-_sx331_bo1204203200_06984_EmiundLuna.indd

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9783407820273u1_978-3-596-85492-9Ferdi_Lutz_und_ich9783522501422Magic_Cape.inddmit freundl. Genehmigung des Aladin Verlags

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Die Bücher des Monats auf einen Blick!

Ein Klick auf den Titel führt zu unserer Buchvorstellung.

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Ackermann, Anja: Emi und Luna. Eine Freundschaft mit Kawumm. Ein Huhn steht kopf

Andres, Kristina: Mucker & Rosine

Bertram, Rüdiger: Gegen uns könnt ihr nicht anstinken

Biegel, Paul: Die Prinzessin mit den roten Haaren 

Boonen, Stefan: Ein Mädchen, sieben Pfannkuchen und ein roter Koffer

Collins, Suzanne:  Gregor und die graue Prophezeiung

Engström Mikael/Willis, Helena: Ida, Paul und Frankensteins Katze  

Foxley, Janet: Munkel Trogg –  Der kleinste Riese der Welt

Fröhlich, Anja: Lou und Rokko und das Katzenchaos

Hub, Ulrich: Füchse lügen nicht

Hula, Saskia: Kaninchentage

Kaster, Armin: Ferdi, Lutz und ich

 Johnson, Pete:   Gut kombiniert, Trottel!  – Das magische Cape

Krohn, Leena: Emil und der Pelikanmann

Lüftner, Kai: Achtung, Milchpiraten – Rache für Rosa

Lubar, David: Plötzlich Zombie: So ein Mist!

Ludwig, Sabine:Warum Kater Konrad ins Wasser sprang und eine Maus in die Luft ging

Madden, Deirdre: Tierparadies Emily & Co.

Mason, Simon: Die Quigleys

Morgenroth, Matthias: Freunde der Nacht

Nesbo, Jo: Doktor Proktors Pupspulver

Oschmann, Oliver; Witt, Sylvia: Log Out!

Reifenberg, Frank M.: Codewort Risiko, Kampf im ewigen Eis

Reschke, Katharina: Morlot – Detektive schlafen nie

Robson, Jenny: Tommy Mütze

Roeder, Annette: Die Krumpflinge – Reihe

Ruhe, Anna: Seeland – Per Anhalter zum Strudelschlund

Schiller, Fabian: Codewort Risiko, Die goldene Stadt im Dschungel

Schlitz, Laura Amy: Clara und die Magie des Puppenmeisters

Schulz, Hermann: Mandela & Nelson. Das Rückspiel

Stewner, Tanya: Alea Aquarius – Der Ruf des Wassers

Wilk, Janine: Lilith Parker – Insel der Schatte

 Wildner, Martina: Königin des Sprungturms

Weger, Nina: Ein Krokodil taucht ab (und ich hinterher) 

 van de Vendel, Edward: Lena und das Geheimnis der blauen Hirsche

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Buch des Monats Februar 2017

Tanya Stewner:  Alea Aquarius – Der Ruf des Wassers

318 Seiten, ab 10 Jahren, Oetinger Verlag, 2015

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Das Buch ist der erste Band einer Meermädchen- Abenteuer-Serie.  ( Bd.2: Die Farben des Meeres,  Bd.3: Das Geheimnis der Ozeane)

Die elfjährige Alea droht alles zu verlieren, denn die von ihr sehr geliebte Pflegemutter Marianne hat einen Herzinfarkt erlitten und kann sich nicht mehr ausreichend um sie kümmern. Das Jugendamt wird sie einer neuen Pflegefamilie zuweisen, aber wie soll sie ihr Geheimnis bewahren?

Alea leidet an einer Allergie, die Hautveränderungen hervorruft und schlimmstenfalls beim Kontakt mit kaltem Wasser tödlich sein kann. Das jedenfalls hat Aleas leibliche Mutter Marianne anvertraut, als sie ihr an einem Strand in Holland den Säugling in den Arm drückte und einfach verschwand.

Im Moment tiefster Niedergeschlagenheit setzt sich das Mädchen an die Anleger im Hamburger Hafen. Dieser Ort vermittelt ihr trotz der Nähe zum Wasser ein Gefühl von Zuhause. Gerade legt ein uriges abgewracktes Segelboot, die CRUCIS, an. Alea beobachtet, wie ihm zwei Jugendliche und ein kleiner Junge entspringen. Zufällig treffen sie in einem Café aufeinander und erzählen ihr, dass sie sich mit Straßenmusik das nötige Geld verdienen, um dann mit dem alten Schiff nach Lust und Laune durch die Meere zu schippern. Nett sind die drei: der schon erwachsene charmante Ben, sein quirliger, begeisterungsfähiger kleiner Bruder Sam und Tess, die hervorragend singen kann und sich  der Musik wegen den Brüdern einfach angeschlossen hat.

Da Alea ihre Situation sowieso für aussichtslos hält, kann sie auch gleich gegen alle Vernunft han-deln. Sie, die Nichtschwimmerin und Allergikerin, wird Mitglied der Alpha Cru (Bandenname Alea AQUARIUS = Wassermann) und macht sich mit den Freunden gemeinsam auf den Weg nach Holland, um dort nach ihrer leiblichen Mutter zu forschen. Dem Sog des Meeres folgend, den sie fühlt, seit sie denken kann, geht sie bei einem Sturm über Bord und macht eine fantastische Erfah-rung (s. Buchcover): Jetzt kennt sie ihr wahres Geheimnis.

Die Geschichte lebt nicht nur von den spannenden, dramatischen Abenteuern, die die Gruppe be-steht, sondern auch von der sympathischen Beschreibung ihrer Mitglieder. Jeder, auch der später hinzukommende Lennox, ist auf seine Weise interessant, liebenswert, aber auch verletzlich und bemüht, sein persönliches Geheimnis nach Möglichkeit zu bewahren. Jeder aber steht für den an-deren ein und so werden die Freunde für Alea zu ihrer neuen Familie.

Die Handlung wird lebendig und locker beschrieben und liest sich hintereinander weg. Obwohl das Buch vom Cover eher nach einem Mädchenbuch aussieht (Glitzer!), ist es für Jungen gleichermaßen geeignet. Denn auch der geheimnisvolle Lennox scheint einbezogen zu sein in das Geheimnis des Meeres, vor allem spürt er Alea genüber eine besondere Nähe.

Da möchte man sofort nach dem 2. Band greifen.

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Buch des Monats Januar 2017

Rüdiger Bertram  –  Gegen uns könnt ihr nicht anstinken

Mit Illustrationen von Thorsten Saleina,  204 Seiten, ab 8 Jahren, cbj Verlag, 2016

Stinktier Co - Gegen uns koennt ihr nicht anstinken von Ruediger BertramZora freut sich darauf, endlich mit den coolen Mädchen ihrer Klasse abhängen zu können, wenn sie 10 Jahre alt ist. Doch am Morgen des ersehnten Geburtstages traut sie ihren Augen nicht. Auf ihrer Bettdecke sitzt ein sprechendes, vorwitziges Stinktier, das behauptet, von nun an ihr ständiger geheimer Begleiter zu sein; ein Totemtier sozusagen mit dem unangesagten Namen Dieter.

Als Zoras ältere Schwester und ihr Vater in Begleitung von einem Zebra und einem Eisbären zum Gratulieren erscheinen, ahnt Zora, dass das mit den Tieren wohl eine Familiengabe zu sein scheint. Nur Menschen, die ebenfalls ein magisches Tier haben, können diese sehen.

In der Schule bemerkt sie zu ihrer Überraschung, dass weitere  Kinder ihrer Klasse Begleiter haben, nur sind diese schön und sanft . Enttäuscht fragt sich sich, warum ausgerechnet sie sich mit einem grässlichen Stinktier abgeben muss. Für die eingebildetet Jessica und ihre Clique natürlich ein Grund mehr,  Zora und ihre Freunde herabzusetzen, die allenfalls eine hyperaktive Ratte und ein schläfriges Faultier zu bieten haben. Doch sie haben die Rechnung ohne den kampfeslustigen, selbstbewussten Dieter gemacht. Entschlossen sich zu wehren, gründet er mit den Freunden den „Club der doofen Tiere“ und scheut nicht davor zurück, notfalls seinen eigenen Gestank als Geheimwaffe einzusetzen. Bald erkennen die Kinder, welche Stärke ihnen ihre Freundschaft verleiht und fühlen sich nicht mehr als gemobbte Außenseiter. Gegen sie kann niemand mehr „anstinken“.

Schon das Buchcover weckt Leselust, zeigt es doch die vermeintlichen Looser in vergnügter Aktion. Thorsten Saleina hat zahlreiche Schwarz-Weiß-Illustrationen in den Text eingestreut, die die Empfindungen der handelnden Personen in wunderbar vielsagenden Gesichtsausdrücken wiedergeben.

Dieter, das Stinktier, erobert mit  seinem provokanten Einfallsreichtum nicht nur Zoras Herz, sondern wird auch die Leser begeistern. Unabhängig von den ernsten Themen im Hintergrund der Erzählung (Ausgrenzung, Vorurteile, Selbstwertverlust) werden sie sich in erster Linie an einer fantastischen Geschichte voller Sprachwitz erfreuen und mit den Clubmitgliedern die Schadenfreude teilen.

Der Text ist einfach zu lesen und in kurze überschaubare Kapitel geliedert. Besstimmt ist er auch sehr gut zum Vorlesen geeignet.

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Buch des Monats Dezember 2016

Katharina Reschke

Morlot – Detektive schlafen nie

Mit Illustrationen von Gerda Raidt

222 Seiten, ab 10 Jahren,  Boje Verlag, 2014

Reschke_Morlot_final.inddMit „Morlot“ hat Katharina Reschke einen abenteuerlichen Kinderkrimi geschrieben, der Jonathan, den 12-jährigen Hauptakteur vor die Frage stellt, ob es möglich ist, dass man mit seiner Fantasie eine wirkliche, andere Welt schaffen kann.

Seit 12 Jahren erfindet seine Mutter düstere Geschichten um den Detektiv Morlot (Buchcover) in immer neuen Fortsetzungen. Ihre Arbeit als Schriftstellerin ist ihr das Wichtigste. So kommt Jonathan oft zu kurz und muss mit nicht eingehaltenen Verabredungen leben. Doch diesmal wird es anders sein: Für Mutter und Sohn liegen Flugtickets nach Bali bereit, ohne Rücktritt gebucht. Dem ersten Urlaub seit Jahren steht nichts mehr im Weg.

Wenige Stunden vor der Abreise jedoch ist Jonathans Mutter unauffindbar! Verschwunden! –  In seiner Not liest Jonathan ihr letztes unfertiges Manuskript und kann es nicht fassen. Hat sich seine Mutter etwa selbst in die Geschichte geschrieben und zum Akteur gemacht? Steckt Morlot wohlmöglich hinter dem Verschwinden seiner Mutter? Der Junge beginnt sich mit der Welt des Krimis auseinanderzusetzen und unter größter Fantasieanstrengung gelingt es ihm, selbst in die Handlung und in die Krimiwelt einzusteigen. Dicke Nebelschwaden leiten in die graue, triste Welt der Kriminalität einer längst vergangenen Zeit über.

In seinen Bemühungen um die Mutter, die offensichtlich von Gangstern ihrer eigenen Romane gekidnappt wurde, entwickelt sich Jonathan immer stärker zum Grenzgänger zwischen Fiktion und Realität und gerät dabei in so manche gefährliche Situation.

Die Geschichte ist lebendig geschrieben und baut nach und nach immer mehr Spannung auf. Damit der Leser folgen kann, ist der Text in zwei Schriftarten gesetzt  (Realität, Krimi).

Die schwarz-weißen Illustrationen erinnern ein wenig an den Stil alter Vorkriegsfilme. Sie fangen das graue Schattenmilieu des Verbrechens gut ein.

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Unser Bücherei-Jubiläum in der Schaumburger Zeitung

Schaumburger Zeitung: 3.11.2016

Bücherei im Wandel

50 Jahre Ökumenische Kinder- und Jugendbücherei

OBERNKIRCHEN. 50 Jahre Ökumenische Kinder- und Jugendbücherei in der „Roten Schule“ – doch das Angebot ist alles andere als alt und verstaubt. Wie hält man eine Bücherei jung? Eine Spurensuche.

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OBERNKIRCHEN. Obwohl mittlerweile ein halbes Jahrhundert alt, ist die in der „Roten Schule“ zu findende Ökumenische Kinder- und Jugendbücherei Obernkirchen im Grunde immer noch jung – zumindest was deren Bestand an auszuleihenden Büchern und Medien betrifft. Denn den halten die ehrenamtlichen Mitarbeiter des sechsköpfigen Bücherei-Teams stets aktuell, damit das Angebot für die Leserschaft attraktiv bleibt: „Unser Ziel ist die ständige Erneuerung“, berichtet Marianne Höfelmann. Daher besuche man jedes Jahr eine große Kinder- und Jugendbuchmesse, um sich über interessante Neuerscheinungen zu informieren, die man dann für die Bücherei besorge. Dabei orientieren sich die engagierten Frauen auch an speziellen Wünschen der jungen Leser, indem sie etwa solche Buchtitel zum kostenlosen Ausleihen bestellen, die sie ohne diese Anregungen vielleicht nicht eingekauft hätten.

Derzeit umfasst der Bestand der Bücherei mehr als 2000 Buchtitel aus dem Bereich der Kinder- und Jugendliteratur. Dazu zählen Krimis, Abenteuer-, Action- und Fantasy-Romane ebenso wie verschiedene Sachbücher. Zudem sind etliche Hörbücher und Gesellschaftsspiele im Sortiment.

„Unser Streben ist, Kinder und Jugendliche an Bücher und ans Lesen heranzuführen“, betont Elke Berkenbusch, die ebenfalls dem Bücherei-Team angehört. Und dementsprechend biete man ein breit gefächertes Programm.

Dass die jedermann – also nicht nur Gemeindemitgliedern – offen stehende Bücherei wegen der Erweiterung der im gleichen Gebäude ansässigen kirchlichen Kindertagesstätte in diesem Jahr aus einem Raum mit 30 Quadratmetern Fläche in einen nur 18 Quadratmeter messenden Raum umziehen musste, ist da kein Widerspruch. Denn obwohl der Bücherbestand aufgrund der beengteren Platzverhältnisse um gut die Hälfte reduziert werden musste, sind die Regale – so Berkenbusch – mit den auszuleihenden Büchern und Medien immer noch „gut bestückt“. Außerdem sei die jetzige Lage im Hochparterre des Gemeindezentrums „Rote Schule“ besser als die vorherige Räumlichkeit im Obergeschoss. Denn an dem neuen Standort innerhalb des Gebäudes herrsche viel mehr „Durchgangsverkehr“.

Allerdings, räumt Berkenbusch ein, ist die Anzahl der Ausleihen im Vergleich der vergangenen zehn Jahren doch deutlich gesunken – und zwar geschätzt um rund 25 Prozent, wobei Mädchen mehr lesen als Jungs. Ursächlich hierfür sei die Konkurrenz durch digitale Medien wie Computerspiele und soziale Netzwerke im Internet, die oftmals einen größeren Reiz auf Kinder und Jugendliche ausübe. Außerdem würden Eltern heute nicht mehr so viel vorlesen, was ebenfalls dazu beitrage, dass das Interesse an Büchern abnimmt.

Vor diesem Hintergrund erklärt sich ein kleines Schild, das die sechs Ehrenamtlichen in „ihrer“ Bücherei aufgehängt haben: „Shock your parents, read a book“ ist darauf zu lesen – auf Deutsch: „Schock deine Eltern – lies ein Buch“!

Anfangs hatte die Ökumenische Kinder- und Jugendbücherei ihren Sitz übrigens in dem früheren Gemeindehaus der Stiftskirchengemeinde, bevor im Jahr 1996 der Umzug in die „Rote Schule“ erfolgte. Zum Team gehören außer Höfelmann und Berkenbusch noch Ines Möller, Regina Molitor, Gertrud Stoltze und Birgit Barth. Geöffnet hat die Bücherei dienstags und donnerstags von 15 Uhr bis 17 Uhr, freitags von 8.30 Uhr bis 10 Uhr und samstags von 9.45 Uhr bis 10.30 Uhr.

Autor und Foto:  Michael Werk Reporter

Wir danken der Schaumburger Zeitung für das Einverständnis zur Veröffentlichung.

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