Unser Bücherei-Jubiläum in der Schaumburger Zeitung

Schaumburger Zeitung: 3.11.2016

Bücherei im Wandel

50 Jahre Ökumenische Kinder- und Jugendbücherei

OBERNKIRCHEN. 50 Jahre Ökumenische Kinder- und Jugendbücherei in der „Roten Schule“ – doch das Angebot ist alles andere als alt und verstaubt. Wie hält man eine Bücherei jung? Eine Spurensuche.

image-2

OBERNKIRCHEN. Obwohl mittlerweile ein halbes Jahrhundert alt, ist die in der „Roten Schule“ zu findende Ökumenische Kinder- und Jugendbücherei Obernkirchen im Grunde immer noch jung – zumindest was deren Bestand an auszuleihenden Büchern und Medien betrifft. Denn den halten die ehrenamtlichen Mitarbeiter des sechsköpfigen Bücherei-Teams stets aktuell, damit das Angebot für die Leserschaft attraktiv bleibt: „Unser Ziel ist die ständige Erneuerung“, berichtet Marianne Höfelmann. Daher besuche man jedes Jahr eine große Kinder- und Jugendbuchmesse, um sich über interessante Neuerscheinungen zu informieren, die man dann für die Bücherei besorge. Dabei orientieren sich die engagierten Frauen auch an speziellen Wünschen der jungen Leser, indem sie etwa solche Buchtitel zum kostenlosen Ausleihen bestellen, die sie ohne diese Anregungen vielleicht nicht eingekauft hätten.

Derzeit umfasst der Bestand der Bücherei mehr als 2000 Buchtitel aus dem Bereich der Kinder- und Jugendliteratur. Dazu zählen Krimis, Abenteuer-, Action- und Fantasy-Romane ebenso wie verschiedene Sachbücher. Zudem sind etliche Hörbücher und Gesellschaftsspiele im Sortiment.

„Unser Streben ist, Kinder und Jugendliche an Bücher und ans Lesen heranzuführen“, betont Elke Berkenbusch, die ebenfalls dem Bücherei-Team angehört. Und dementsprechend biete man ein breit gefächertes Programm.

Dass die jedermann – also nicht nur Gemeindemitgliedern – offen stehende Bücherei wegen der Erweiterung der im gleichen Gebäude ansässigen kirchlichen Kindertagesstätte in diesem Jahr aus einem Raum mit 30 Quadratmetern Fläche in einen nur 18 Quadratmeter messenden Raum umziehen musste, ist da kein Widerspruch. Denn obwohl der Bücherbestand aufgrund der beengteren Platzverhältnisse um gut die Hälfte reduziert werden musste, sind die Regale – so Berkenbusch – mit den auszuleihenden Büchern und Medien immer noch „gut bestückt“. Außerdem sei die jetzige Lage im Hochparterre des Gemeindezentrums „Rote Schule“ besser als die vorherige Räumlichkeit im Obergeschoss. Denn an dem neuen Standort innerhalb des Gebäudes herrsche viel mehr „Durchgangsverkehr“.

Allerdings, räumt Berkenbusch ein, ist die Anzahl der Ausleihen im Vergleich der vergangenen zehn Jahren doch deutlich gesunken – und zwar geschätzt um rund 25 Prozent, wobei Mädchen mehr lesen als Jungs. Ursächlich hierfür sei die Konkurrenz durch digitale Medien wie Computerspiele und soziale Netzwerke im Internet, die oftmals einen größeren Reiz auf Kinder und Jugendliche ausübe. Außerdem würden Eltern heute nicht mehr so viel vorlesen, was ebenfalls dazu beitrage, dass das Interesse an Büchern abnimmt.

Vor diesem Hintergrund erklärt sich ein kleines Schild, das die sechs Ehrenamtlichen in „ihrer“ Bücherei aufgehängt haben: „Shock your parents, read a book“ ist darauf zu lesen – auf Deutsch: „Schock deine Eltern – lies ein Buch“!

Anfangs hatte die Ökumenische Kinder- und Jugendbücherei ihren Sitz übrigens in dem früheren Gemeindehaus der Stiftskirchengemeinde, bevor im Jahr 1996 der Umzug in die „Rote Schule“ erfolgte. Zum Team gehören außer Höfelmann und Berkenbusch noch Ines Möller, Regina Molitor, Gertrud Stoltze und Birgit Barth. Geöffnet hat die Bücherei dienstags und donnerstags von 15 Uhr bis 17 Uhr, freitags von 8.30 Uhr bis 10 Uhr und samstags von 9.45 Uhr bis 10.30 Uhr.

Autor und Foto:  Michael Werk Reporter

Wir danken der Schaumburger Zeitung für das Einverständnis zur Veröffentlichung.