Archiv für den Autor: Marianne Höfelmann

Buch des Monats Juli 2018

Anna Lott:

Moppi & Möhre – Abenteuer im Meerschweinchenhotel  

Mit Bildern von Susanne Göhlich

Lesealter ab 5 Jahren, 112 Seiten, Carlsen 2017

Wer sich auf die Vorstellung eines Hotels für Meerschweinchen einlassen kann, ist für dieses Buch der richtige Leser. Vorausgesetzt wird Hotel- bzw. Cluberfahrung, denn wie sonst kann man die diversen Wellnessangebote (Pool, Sauna etc.) und den Überfluss des „All you can eat-Angebotes“ (Knabber-büffet, Grasspaghetti, Gurkeneis,…) dieser Ferienunterkunft begreifen.

Susanne Göhlich veranschaulicht mit ihren farbigen Illustrationen gut die Hotelausstattung und setzt die Akteure dieser Geschichte humorvoll in Szene.

Neben Moppi und Möhre verbringen dort noch Elvis, Nacki, Grufty und das Schaf Schäfi ihre Ferien und schließen Freundschaft. Weitere Familien haben also für die Betreuung ihres Lieblings während des Urlaubs das Hotelangebot wahrgenommen, denn wohin sonst mit dem Tier, wenn Freunde und Verwandte nicht einspringen können?

Trotz des komfortablen Lebens freuen sich alle Haustiere aber wieder auf ihre Familie – nur der schwarze Grufty nicht. Immer schlecht gelaunt und gemein zu den anderen versucht er ihnen weiszumachen, sie seien alle hier, weil ihre Besitzer sie nicht mehr haben wollten. Diese Behauptung empört die Gruppe maßlos, verunsichert sie aber so, dass sich die Tiere aus dem Hotel schleichen, um bei sich zu Hause nach dem Rechten zu schauen. Natürlich erhärtet nichts Gruftys Verdacht. Doch während der Unternehmung vertraut ihnen das schwarze Meerschweinchen seine traurige Geschichte an und veranlasst die Freunde, ihn mit anderen Augen zu sehen. Ein neues Haustier, ein Hund, verdrängte ihn vom Platz an der Seite seines Herrchens. Von ihm gejagt floh Grufty, fand  Unterschlupf im Meerschweinchen-hotel und lebt hier seitdem. Die Tiere können nicht glauben, dass der Besitzer Grufty nicht vermisst. Vielleicht weiß er ja gar nicht, wo er sich aufhält? Und auch Grufty wird unsicher, ob sein Herrchen wirklich will, dass er weg ist. Auf abenteuerliche Weise bringen die Freunde ihm sein Meerschweinchen zurück und machen ihn damit überglücklich.

Anna Lott schildert auf unterhaltsame Art die Trennung von Kindern und ihren Haustieren im Urlaub und zerstreut auf spielerische, fröhliche Art mögliche Ängste. Die Geschichte beschreibt die Bedeutung verlässlicher Freundschaft und die schädlichen Auswirkungen des Gefühls, verlassen worden zu sein.

Der Text ist humorvoll geschrieben und steckt voller lustiger, fantasievoller Einfälle. Die Autorin erzählt in klarer, einfacher Sprache und gliedert die Handlung in kurze Kapitel.

Insbesondere die lustigen Dialoge machen die Geschichte zu einem idealen Vorlesebuch sowohl für Jungen wie auch für Mädchen.

Unsere Bücher des Monats – Übersicht mit Buchcover

Hier haben wir noch einmal alle unsere Bücher des Monats mit dem Buchumschlag zusammengestellt.

Wenn man auf das jeweilige Buch klickt, kommt man zu unserer Buchbesprechung.

Das Copyright der Cover liegt natürlich beim jeweiligen Verlag.  Wir bedanken  uns ausdrücklich dafür, dass wir die Cover hier zeigen dürfen.

U_12936_SB_VS_TOM_GATES.IND7   944572-10-9_Lua

  u1_978-3-7373-4085-461Fc2r34BOL._SX348_BO1,204,203,200_

Ins Blaue hineinChrisHigginsWaschbär

 97837891417519783841502247

9783423761161Ludwig_SKater_Konrad_01_161279

Reschke_Morlot_final.indd9783789147470

Die Krumpflinge - Egon zieht ein von Annette Roeder51xbne9qnkl-_sx331_bo1204203200_06984_EmiundLuna.indd

u1_978-3-596-85496-7kaninchentage-51238f4bae7e1csm_produkt-2989_4abc00fad0

 9783825178048_967597834077445489783791517049511KMYOZ2eL._SX349_BO1,204,203,200_97837915291890129-01_cover.indd978-3-8339-0068-6-Lubar-Ploetzlich-Zombie-So-ein-Mist-org978-3-401-06304-1pid13686960fuechse

Engstoem_Willis_24170_MR.indd9783848920082

9783407820273u1_978-3-596-85492-9Ferdi_Lutz_und_ich9783522501422Magic_Cape.inddmit freundl. Genehmigung des Aladin Verlags

Scholz, Mucker_ U1-U4_mit Typo.indd9783791507248

 quigleys37891321019783772520709_5770

 

 

Unsere Öffnungszeiten in den Sommerferien

Liebe Leserinnen und Leser!

Wir möchten euch auf geänderte Öffnungszeiten in den Sommerferien hinweisen:

Die letzte Ausleihe ist am Donnerstag, dem 28. Juni 2018. 

Am Dienstag, dem 24. Juli 2018 kann dann wieder ausgeliehen werden.

Wir wünschen allen aufregende und erholsame Ferien.

 

Buch des Monats Juni 2018

Gerlis Zillgens: Der Froschkönig – was wirklich geschah: Hipp & Hopp retten Papa Grünsprung

farbig illustriert von Katja Jäger, Lesealter ab 8 Jahre, 92 Seiten, Verlag Südpol, Februar 2017

Gerlis Zillgens liefert mit der Geschichte von Hipp und Hopp eine originelle Variante des bekannten Märchens vom Froschkönig, indem sie als wissende Erzählerin die Perspektive der Froschkinder einnimmt.

Hipp  und Hopp werden als Geschwister sehr herzlich beschrieben, auch wenn der kleine tollpatschige Hopp nervt und die große angepasste Schwester alles besser weiß. Da ihre Mutter von einem Frosch geschnappt wurde, muss ihr liebenswerter Papa sie allein erziehen.

Gut gelaunt spielt er mit seinen Kindern Verstecken, als eine „kreischende Stimme die Luft durchsägt.“ Sie kommt aus dem Mund eines fiesen Monsters mit goldener Krone, das „so groß ist wie hundert Frösche aufeinander.“ Mit gespitzten Lippen drückt es Papa Grünsprung einen Kuss aufs Gesicht  und Hipp und Hopp müssen mit ansehen, wie sich ihr Vater auf der Stelle verwandelt. Das gesunde Grün seiner Froschhaut wird weiß und „am Ende  steht er auf gigantisch langen Beinen“ und hat sich in einen Prinzen verwandelt.

Verzagt beratschlagen die Froschkinder, wie sie ihren Vater wiederbekommen können. Zum Glück begegnen sie der Kröte Augusta Quaatsch und die weiß Rat: „Ein kleiner Kuss von Irene [der Froschprinzessin], und „schwuppsdidumm, ist euer Vater wieder ganz der alte Frosch.“ –  Leider lebt Irene „ungefähr zehn große Wälder weiter.“ Man bräuchte also eine Flugbereitschaft… Durch  einen klugen Deal mit dem ärgsten Fressfeind der Frösche gelingt es Frau Quaatsch, einen Storch als Helfer zu gewinnen.

(Den Transport der kleinen Delegation im Storchschnabel hat Katja Jäger sehr humorvoll im Bild festgehalten.)

Gerlis Zillgens erzählt eine fantasievolle Geschichte voller Sprachwitz und Einfallsreichtum. Herrlich, wie sie die Typen-Klischees der unterschiedlichen Charaktere ausmalt! Die Autorin schreibt in verständlicher Sprache in der Gegenwart. Auffällig ist der lesefreundliche Druck. Die wörtliche Rede ist eingerückt, der Zeilenabstand groß und der Text einfallsreich gesetzt, was Leseanfängern die Textübersicht erleichtert.

Mit ihrem Buch gibt die Autorin dem Märchen vom Froschkönig einen neuen Dreh und weckt damit Neugier und Leselust. Es ist auch als Vorlesebuch unbedingt empfehlenswert.

Katja Jägers zahlreiche farbige Illustrationen bestechen durch ihre Klarheit. (Man betrachte das  Buchcover.) Sie sind im Wesentlichen auf die handelnden Akteure beschränkt und von einer besonderen Farbigkeit. Die Bildszenen sind meist zart unterlegt mit pastellfarbenen Mustern, die wie Tapetencollagen wirken und die Bildfläche für die Handlung liefern.

Die Bücher des Monats auf einen Blick!

Ein Klick auf den Titel führt zu unserer Buchvorstellung.

illu1

Ackermann, Anja: Emi und Luna. Eine Freundschaft mit Kawumm. Ein Huhn steht kopf

Andres, Kristina: Mucker & Rosine

 Banks, Angelica: Tuesday und der Zauber des Anfangs

Blanvillain, Luc: Tagebuch eines Möchtegern-Versagers

Blazon, Nina: Lillesang

Bertram, Rüdiger: Gegen uns könnt ihr nicht anstinken

Bertram, Rüdiger: Coolman und ich

Biegel, Paul: Die Prinzessin mit den roten Haaren 

Boonen, Stefan: Ein Mädchen, sieben Pfannkuchen und ein roter Koffer

Collins, Suzanne:  Gregor und die graue Prophezeiung

Engström Mikael/Willis, Helena: Ida, Paul und Frankensteins Katze  

Foxley, Janet: Munkel Trogg –  Der kleinste Riese der Welt

Fröhlich, Anja: Lou und Rokko und das Katzenchaos

Helmig, Alexandra: Lua und die Zaubermurmel

Higgins, Chris : Meine lustige Familie

Hub, Ulrich: Füchse lügen nicht

Hula, Saskia: Kaninchentage

Kaster, Armin: Ferdi, Lutz und ich

 Johnson, Pete:   Gut kombiniert, Trottel!  – Das magische Cape

Krohn, Leena: Emil und der Pelikanmann

Lott, Anna: Moppi & Möhre – Abenteuer im Meerschweinchenhotel

Lüftner, Kai: Achtung, Milchpiraten – Rache für Rosa

Lütje, Susanne: Pauli Poltergeist – Willkommen in der Villa Funkelstein

Lubar, David: Plötzlich Zombie: So ein Mist!

Ludwig, Sabine:Warum Kater Konrad ins Wasser sprang und eine Maus in die Luft ging

Madden, Deirdre: Tierparadies Emily & Co.

Mason, Simon: Die Quigleys

Morgenroth, Matthias: Freunde der Nacht

Nesbo, Jo: Doktor Proktors Pupspulver

Nicoll, Tom: Drachenalarm auf meinem Teller

Nilsson, Frida: Hedvig! Das erste Schuljahr

Oschmann, Oliver; Witt, Sylvia: Log Out!

Philip,Gillian : Die Geheimnisse von Ravenstorm Island – Die verschwundenen Kinder

Pichon, Liz: Wo ich bin, ist Chaos – aber ich kann nicht überall sein

Reifenberg, Frank M.: Codewort Risiko, Kampf im ewigen Eis

Reschke, Katharina: Morlot – Detektive schlafen nie

Robson, Jenny: Tommy Mütze

Roeder, Annette: Die Krumpflinge – Reihe

Ruhe, Anna: Seeland – Per Anhalter zum Strudelschlund

Schiller, Fabian: Codewort Risiko, Die goldene Stadt im Dschungel

Schlitz, Laura Amy: Clara und die Magie des Puppenmeisters

Schulz, Hermann: Mandela & Nelson. Das Rückspiel

Stewner, Tanya: Alea Aquarius – Der Ruf des Wassers

Svensson, Linnea: Villa Wunderbar- Ein Waschbär zieht ein

Wilk, Janine: Lilith Parker – Insel der Schatte

 Wildner, Martina: Königin des Sprungturms

Weger, Nina: Ein Krokodil taucht ab (und ich hinterher) 

 van de Vendel, Edward: Lena und das Geheimnis der blauen Hirsche

Zillgens, Gerlis: Der Froschkönig – was wirklich geschah: Hipp & Hopp retten Papa Grünsprung

Buch des Monats Mai 2018

Angelica Banks:

Tuesday und der Zauber des Anfangs

Aus dem Englischen von Anke Knefel

magellan-Verlag, 2014, 239 Seiten, Lesealter ab 8, besser  ab 10 – 12 Jahren

Mit dem Buch „Tuesday und der Zauber des Anfangs“ beginnt eine dreibändige Reihe. (Band 2: „Tuesday und der Ruf des Silberfadens“, Band 3: „Tuesday und das Jahr ohne Sommer“)  Hinter dem Autorennamen Angelica Banks stehen zwei australische Schriftstellerinnen: Heather Rose und Danielle Wood. Mit ihrem ersten gemeinsamen Buch haben sie ihrer Liebe zu Büchern einen Ausdruck verliehen.

Tuesday McGillicuddys Mutter ist eine bekannte Kinderbuchautorin, gibt ihre Geschichten jedoch 61Fc2r34BOL._SX348_BO1,204,203,200_unter dem Pseudonym Serendipity Smith heraus, um ihre Familie vor öffentlicher Neugier zu schützen. Sowohl Tuesday als auch ihr Vater wissen, dass sie sich für kreative Denkpausen manchmal länger aus dem Familienleben zurückzieht. Diesmal aber, kurz vor Vollendung ihres Buches, taucht sie gar nicht mehr auf, ist schlichtweg verschwunden. Die Fenster in ihrem Arbeitszimmer stehen weit auf und in ihrer Schreibmaschine steckt ein leeres weißes Papier. Tuesday fühlt sich davon magisch angezogen, setzt sich und beginnt zögernd zu tippen. Plötzlich entschweben die Buchstaben, verwandeln sich in einen hauchzarten Faden und umspinnen ihren Körper. Eine magische Kraft zieht sie durch das Fenster hinaus in die Nacht. Gerade kann ihr Hund Baxterr noch auf ihren Arm springen. Als Tuesdays Vater das sieht, ist er nicht überrascht. Er weiß, eine Geschichte hat seine Tochter gefesselt (wie oft zuvor Tuesdays Mutter) und geleitet sie nun mit Hilfe des Silberfadens an den Ort der Fantasie, an dem alle Geschichten ihren Anfang nehmen. In der Bibliothek aller Bücher der Welt stößt Tuesday auf die ihr bekannten Geschichten ihrer Mutter und taucht in sie ein, weil sie glaubt, sie dort zu finden. Sie durchlebt zahlreiche spannende Abenteuer, auch gefährliche Bedrohungen noch einmal nach. Doch vergebens! – Und je länger ihre Reise dauert, desto größer wird die Sehnsucht nach ihrem Zuhause. Aber wie soll sie zurückfinden? Glücklicherweise kann ihr Vivienne Small, ihre Lieblingsheldin aus den Büchern ihrer Mutter helfen.

Die Autorinnen haben ein zauberhaftes Buch voller Spannung und Ideenreichtum geschrieben. Bestechend die Vorstellung, an einem Silberfaden in das Reich der Fantasie zu fliegen. Das gelungene Buchcover greift diese Idee auf: Ein Scherenschnitt zeigt ein lesendes Mädchen, aus dem Buch entweichen Schmetterlinge, die seine Phantasie anregen. Das gerahmte Bild ist vom geheimnisvollen Dunkel der Nacht umgeben.

Sowohl Tuesday als auch ihrem Hund Baxterr wird von Anfang an die Zuneigung des Lesers/der Leserin gehören und sie zu ihrem Begleiter und Mitstreiter machen. Mit einer lebhaften, begeisternden Erzählweise erschließen die Autorinnen den Kindern mühelos die Vorstellungen ihrer Fantasie.

Das Buch ist sehr vielschichtig aufgebaut. Geübten Lesern wird es aber nicht schwerfallen, sich in den verschiedenen Welten zurechtzufinden.

Buch des Monats April 2018

Linnea Svensson: Villa Wunderbar

Ein Waschbär zieht ein

illustriert von Nikolai Renger, 

ab 5 Jahren , Loewe-Verlag, 1. Auflage 2017, 128 Seiten

In der Villa Wunderbar sorgt Henri, ein kleiner verschmuster Waschbär dafür, dass „überhaupt kein Tag wie der andere“ ist.Waschbär

Am laufenden Band überrascht er die Bewohner des Hauses mit seinen ungewöhnlichen Ideen. „ Heute…“, so beginnt denn auch eine jede der 20 Geschichten über die turbulenten Ereignisse um das eigenwillige Haustier.

Mathilda und ihr Cousin Joschi gehen beide in die erste Klasse und wohnen mit ihren Familien sowie Oma Hilde und Opa Günter gemeinsam unter einem Dach. Die Großmutter betreibt ein kleines Café mit einen Waschsalon und dort haben die Kinder in der Trommel einer alten Miele-Waschmaschine das kleine Pelzknäuel gefunden. Alle Hausbewohner sind von Henri entzückt, zumal sich auch noch herausstellt, dass er sprechen kann. Und so sind sie sich einig ihn behalten zu wollen und der Waschbär hat nichts dagegen.

Aber das Tier hat es faustdick hinter den Ohren und weiß seine Interessen zielstrebig zu verfolgen, so tollpatschig und charmant es auch wirken mag. Durch Henris Eingreifen verwandeln sich alltägliche Vorkommnisse in witzige, aufregende Abenteuer, egal, ob er nun Mäusebabys rettet, in Omas Café eine Kuchendiebin aufspürt oder in seiner Miele den Gelderlös aus der Flohmarktkasse wäscht. Mit verständnisvoller Zuwendung versucht die Familie immer, seine Taten einem guten Ende zuzuführen, so dass er zur Einsicht kommt, jedoch sein Gesicht wahren kann.

Sandra Grimm und Ann-Katrin Heger (Linnea Svensson) erzählen auf herzlich liebevolle Weise Geschichten, in denen beispielhaft der zwischenmenschliche Umgang mehrerer Generationen vor Augen geführt wird. Die Texte müssen nicht in der vorgegebenen Reihenfolge gelesen werden. Mit der überschaubaren Länge von 3 – 4 Seiten sind sie gut zum Selberlesen geeignet, bereiten aufgrund der humorvollen Texte aber bestimmt auch einem Vorleser Freude. Fest steht, ein jedes Abenteuer macht Lust auf mehr.

Farbe ins Bild bringt im wahrsten Sinne des Wortes Nikolai Renger. Seine zahlreichen, oft Seiten übergreifenden Illustrationen sind humorvoll, ausdrucksstark und untermalen auf kindgerechte Weise den Textinhalt.

Anfang 2018 erschien bereits ein Folgeband: Villa Wunderbar – Das Apfelfest.

Buch des Monats März 2018

Tom Nicoll: Drachenalarm auf meinem Teller

Mit  Illustrationen von  Sarah Horne

Aus dem Englischen übersetzt von Doris Hummel

arsEdition 2017,  160 Seiten, ab 8 Jahren

Ein Drachengeheimnis  zu wahren ist gar nicht so einfach.product-7371

Diese Erfahrung macht der achtjährige Eric unter anderem, als sein Mini-Drache PingLang in Ermangelung einer Bergziege, seiner Leibspeise, den Pullover seiner Schuluniform zu verspeisen beginnt.

Ping ist ihm in einer Packung Sojasprossen von seiner Freundin Min vom China-Bringdienst unwissentlich ins Haus geliefert worden. Zunächst hält der Junge ihn für ein Werbespielzeug. Überrascht, wie echt er sich anfühlt, stellt er ihn ins Regal. Als der kleine Drache ihn aber anspricht, wird klar: Er lebt! Für Eric steht sofort fest, dass niemand von seiner Existenz erfahren darf. Aber das ist leichter gesagt als getan. Abgesehen von den Dingen, in denen Ping besonders gut ist, bringt er Eric oft in Schwierigkeiten. Immer wieder muss er heikle Situationen einfallsreich umdeuten, aber vernichtete Taktikpläne für ein Fußballspiel, entstanden durch Flammenrülpsen,  lassen sich nur unter größten Anstrengungen erklären. Wie gut, dass Erics liebenswürdig chaotische Eltern (der Vater erfolgloser Fußballtrainer, die Mutter eine in jeder Situation tiefenentspannte Yogalehrerin) vieles nicht so genau nehmen.

Gefahr droht Eric und dem Mini-Drachen von Toby, dem fiesen, unsympathischen Nachbarjungen, der alles daran setzt andere zu drangsalieren und zu übertrumpfen, und daher auch immer das Neueste, Beste und Fortschrittlichste besitzen will. Als er zufällig auf Ping trifft, der wie verabredet regungslos verharrt, ist sein Kommentar: „Ist schon ein ziemlich hässliches kleines Ding, oder? Mir sind riesige Drachen mit Raketenwurf lieber.“

Die Gefahr scheint fürs erste gebannt, aber Eric weiß, dass er mit seinem Geheimnis nicht mehr sicher ist. Er weiht seine Freunde Min und Finn ein, damit sie von nun an gemeinsam für Ping sorgen und ihn vor dem nervigen Toby beschützen.

Das Buch ist aus Erics Sicht geschrieben und für Jungen und Mädchen gleichermaßen geeignet. Der Schreibstil ist altersgerecht und schildert die Charaktere der Handelnden sehr detailliert, besonders das „Ekelpaket“ Toby. Zwischen Ping und Eric gibt es sehr amüsante Dialoge, denn der kleine Drache ist zwar liebenswert, aber auch sehr schlagfertig. Einmal begonnen weckt das humorvolle Buch die Leselust. Der Text ist in 10 Kapitel unterteilt und wird durch zahlreiche witzige Illustrationen aufgelockert.

Zu diesem Buch gibt es zwei Folgebände:   Drachenalarm in meinem Klo   und   Drachenalarm in meinem Rucksack.

Buch des Monats Februar 2018

Alexandra Helmig:  Lua und die Zaubermurmel

Mit  Illustrationen von Anemone Kloos

mixtvision, gebunden, durchgängig farbig illustriert, 216 Seiten,  ab 9 Jahren 

944572-10-9_LuaLua ist ein „Papakind“.  Zu ihrem Vater hat sie eine besondere Beziehung. Oft wusste er, ob sie wütend oder glücklich war, bevor sie es selbst wusste. Aber nun ist er gestorben und hat damit eine bleierne Traurigkeit in ihr hinterlassen.

Als sie eines Tages im Sand des Spielplatzes eine Murmel findet, glaubt sie, eine Zauberkugel von ihrem Vater im Himmel zugeworfen bekommen zu haben. Von der und einer vermeintlichen Stimme lässt sie sich leiten. So auch, als sie nach einem Streit mit der Mutter wegläuft und in einem kleinen Wäldchen auf einen Wanderzirkus trifft. Kaum zu glauben – der ähnelt genau dem in ihrem Zirkusbuch. Und auch hier gibt es einen Zauberer „Mo“. Als Magier wird er ihren Vater wieder herzaubern können, da ist sich Lua ganz sicher. Aber wie groß ist ihre Enttäuschung, als sie erfahren muss, dass „Mo“ die Zauberkräfte verlassen haben und damit auch die Künste der anderen Artisten schwinden.

Doch Lua gibt nicht auf, getreu ihrer Devise: Man muss nur ganz fest an etwas glauben,dann schafft man es auch. Sie beginnt dem Zauberer zu assistieren und versucht ihm mit den Ratschlägen, die sie von ihrem Vater erfahren hat, zu helfen und sein Selbstvertrauen wieder aufzubauen. Anfangs ist Lua für „Mo“ nur ein Kind, aber bald beginnt er sie zu mögen, setzt sein Vertrauen in sie und erlangt seine magischen Kräfte wieder. Er macht ihr aber auch klar, dass ihm eines nicht möglich ist: Ihren Vater aus der Welt, in der er jetzt lebt, zurückzuholen.

Alexandra Helmig hat ein empfehlenswertes Buch über Hilfsbereitschaft und Vertrauen geschrieben. Aus der Sicht des Mädchens erzählt sie anrührend, wie ein Kind den Verlust des Vaters verarbeitet. Wie es lernt mit seinen Problemen umzugehen und in seinem veränderten Umfeld einen neuen Platz findet.

Die Geschichte überschreitet die Grenze von der Realität zur Fantasie. Die Autorin verzaubert die Leserin/ den Leser mit ihrer ruhigen, bildhaften Sprache und  nimmt sie/ihn mit in Luas Erleben. Man hört förmlich die Zirkusmusik, sieht glitzernde Kostüme,schräge Zwerge und die anheimelnde Zirkusbeleuchtung in der Dunkelheit. Das Eintreten in diese besondere Atmosphäre fängt das Buchcover wunderbar ein. Mit zarten Zeichnungen veranschaulicht Annemone Kloos das Zirkusleben.

Der Text ist klar in übersichtliche Kapitel gegliedert und leicht lesbar.