Buch des Monats März 2018

Tom Nicoll: Drachenalarm auf meinem Teller

Mit  Illustrationen von  Sarah Horne

Aus dem Englischen übersetzt von Doris Hummel

arsEdition 2017,  160 Seiten, ab 8 Jahren

Ein Drachengeheimnis  zu wahren ist gar nicht so einfach.product-7371

Diese Erfahrung macht der achtjährige Eric unter anderem, als sein Mini-Drache PingLang in Ermangelung einer Bergziege, seiner Leibspeise, den Pullover seiner Schuluniform zu verspeisen beginnt.

Ping ist ihm in einer Packung Sojasprossen von seiner Freundin Min vom China-Bringdienst unwissentlich ins Haus geliefert worden. Zunächst hält der Junge ihn für ein Werbespielzeug. Überrascht, wie echt er sich anfühlt, stellt er ihn ins Regal. Als der kleine Drache ihn aber anspricht, wird klar: Er lebt! Für Eric steht sofort fest, dass niemand von seiner Existenz erfahren darf. Aber das ist leichter gesagt als getan. Abgesehen von den Dingen, in denen Ping besonders gut ist, bringt er Eric oft in Schwierigkeiten. Immer wieder muss er heikle Situationen einfallsreich umdeuten, aber vernichtete Taktikpläne für ein Fußballspiel, entstanden durch Flammenrülpsen,  lassen sich nur unter größten Anstrengungen erklären. Wie gut, dass Erics liebenswürdig chaotische Eltern (der Vater erfolgloser Fußballtrainer, die Mutter eine in jeder Situation tiefenentspannte Yogalehrerin) vieles nicht so genau nehmen.

Gefahr droht Eric und dem Mini-Drachen von Toby, dem fiesen, unsympathischen Nachbarjungen, der alles daran setzt andere zu drangsalieren und zu übertrumpfen, und daher auch immer das Neueste, Beste und Fortschrittlichste besitzen will. Als er zufällig auf Ping trifft, der wie verabredet regungslos verharrt, ist sein Kommentar: „Ist schon ein ziemlich hässliches kleines Ding, oder? Mir sind riesige Drachen mit Raketenwurf lieber.“

Die Gefahr scheint fürs erste gebannt, aber Eric weiß, dass er mit seinem Geheimnis nicht mehr sicher ist. Er weiht seine Freunde Min und Finn ein, damit sie von nun an gemeinsam für Ping sorgen und ihn vor dem nervigen Toby beschützen.

Das Buch ist aus Erics Sicht geschrieben und für Jungen und Mädchen gleichermaßen geeignet. Der Schreibstil ist altersgerecht und schildert die Charaktere der Handelnden sehr detailliert, besonders das „Ekelpaket“ Toby. Zwischen Ping und Eric gibt es sehr amüsante Dialoge, denn der kleine Drache ist zwar liebenswert, aber auch sehr schlagfertig. Einmal begonnen weckt das humorvolle Buch die Leselust. Der Text ist in 10 Kapitel unterteilt und wird durch zahlreiche witzige Illustrationen aufgelockert.

Zu diesem Buch gibt es zwei Folgebände:   Drachenalarm in meinem Klo   und   Drachenalarm in meinem Rucksack.