Aktuelles Buch des Monats

Buch des Monats Februar 2026

Smilla Blau:

Es düst ein Rentier durch den Schnee

Mit Illustrationen von Susanne Göhlich

Fischer Sauerländer, Frankfurt am Main 2025, 145 Seiten, Vorlesealter ab 5 Jahren

Als am 1. Weihnachtstag ein riesiges Paket vor der Tür der Familie Winterwald steht, ahnen Frieda, ihr älterer Bruder Anton und die Eltern der beiden noch nicht, dass der geplante Skiurlaub nicht so verlaufen wird, wie sie ihn sich vorgestellt haben. Als sie aber aus dem Karton Flinn, das Rentier des Weihnachtsmanns, herausschälen, ist klar, dass sich auch in diesem Jahr (s. Bd.1) Frieda um Flinn kümmern wird. Und richtig: In einem Brief bittet der Weihnachtsmann darum, seinen Gefährten von seiner seit neuestem bestehenden Flugangst zu befreien und ihn in den Winterurlaub mitzunehmen. Die Höhe der Berge und die Schnelligkeit beim Skilaufen und Rodeln könnte sein Rentier bestimmt kurieren. Großzügig verlängert er für die Familie den Aufenthalt im Familienresort auf eine Woche und wünscht allen eine gute Zeit.

Zunächst scheint die Familie, vor allem der Vater, von der neuen Sachlage überfordert. Er müsste Flinn inkognito im Auto in den Wintersportort fahren. Und dann die Frage, akzeptiert das Hotel ihn als Gast oder ist er ein Haus-tier? Seine Stressflecken am Hals häufen sich. Hinzu kommt, dass das Rentier durchaus eigenwillig und kaum kontrollierbar ist. Oft muss es langwierig überredet werden. Aber Frieda, seine Freundin ist ja da. Sie opfert sich auf, nimmt sich zurück und widmet sich ihm mit Geduld und großem Einfühlungsvermögen. Die Aktivitäten und der Spaß im Schnee machen Flinn aber Angst. Er muss also beständig zu etwas überredet werden. Im Hotel hingegen fühlt er sich sicher. Er weiß, wo er Leckerbissen bekommen kann und unterzieht sich im SPA-Bereich des Hauses sogar einer Gesichtspflege, weil dort auf Tabletts Gurkenscheiben bereitstehen.

Smilla Blaus unterhaltsame Geschichte wird auch witzig durch den Sprachfehler des Rentiers. Es vernuschelt Wörter und macht aus den Buchstaben „s“ und „z“ ein „f“.  Im SPA nach seinem Wunsch für eine Nagellackfarbe gefragt, entscheidet es sich für „Pfingftrofapfirfich“. Ja, es bedarf schon genauer Konzentration, will man „Flinnis“ Wortschatz fließend in den Vorlesetext einbinden. Entscheidend für die heitere Ausstrahlung des Buches aber sind die humorvollen Schilderungen absurd komischer Situationen. Spannung hingegen vermitteln die wilden, dramatischen Ereignisse beim Wintersport. Doch mit Friedas Hilfe wird das Rentier am Schluss seine Angst besiegen.

Der Text ist auf achtzehn Kapitel verteilt (Zeit für Lesepausen), wobei oftmals ganz- oder halbseitige Illustrationen von Susanne Göhlich platziert sind. Es sind fröhliche Bilder, die einerseits die Atmosphäre des Wintersportortes gut einfangen, andererseits aber die Angepasstheit des Tieres an die Menschenwelt überzeichnen. Ihr witziges Buchcover verweist auf das Ende der Geschichte: Flinn auf Skiern im Abflug.

 „Es düst ein Rentier durch den Schnee“ eignet sich besonders als Vorlesetext für Kinder ab 5 Jahren. Für Selbstleser ist der Sprachfehler des Rentiers doch herausfordernd.

Diesem Buch ist ein erster Band vorausgegangen: „Es niest ein Rentier vor der Tür“.

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