Buch des Monats Oktober 2017

Chris Higgins: Meine lustige Familie

Illustriert von Lee Wildish, aus dem Englischen von Katja Frixe, dtv Junior, Deutsche Erstausgabe 2015, 288 Seiten, ab 7 Jahren

ChrisHiggins

Bei den Sommerfelds ist jeden Tag was los. Kein Wunder! Der Vater Künstler, fünf Kinder, ein Hund, ein Onkel, Oma und Opa und die Mutter mit einem offenen Ohr für alle.

Die neunjährige Mattie (Sie trägt gern Strickmützen.) erzählt lebhaft von ihrem ganz „normalen“ (turbulenten) Alltag und bindet auf diese Weise die Leser in ihre Freuden, aber auch ihre Sorgen mit ein. Weil sie sich für alles verantwortlich fühlt, schreibt sie in „Sorgenlisten“ auf, was sie bewegt. Warum war ihre Mutter beim Arzt? Warum lässt sich ihre Schwester nicht beim Lesenlernen helfen? Was, wenn Mama und Papa aufhören, sich gegenseitig zu mögen? Diese und andere Fragen bewegen Mattie, sie erfahren aber zum Ende der Geschichte eine schöne Auflösung.

In Matties Familie geht es fröhlich zu. Obwohl auf beengtem Wohnraum manchmal das Chaos herrscht, bleiben die Eltern gelassen und versuchen unaufgeregt  mit Humor ihre Kinder zu steuern. Ob sie diese nun den ohnehin kleinen Garten umgraben lassen, damit sie sich im gemeinsamen Gemüseanbau versuchen können oder einen Zelturlaub auf einem Bauernhof in Cornwall auf sich nehmen, damit ihre Kinder in den Sommerferien verreisen können; materielle Anreize sind nicht maßgeblich. Wenn die Geschenkebeschaffung zu Weihnachten zum Problem wird, helfen eben der Opa und der Onkel mit kreativen Ideen beim Selbermachen und es wird auch schon mal ein Gegenstand in abgewandelter Form ein zweites Mal verschenkt.

Als am Weihnachtsabend in der Geborgenheit der vollzähligen Familie Matties kleiner Bruder geboren wird, hat sie den Arztbesuch der Mutter schon lange von ihrer „Sorgenliste“ gestrichen. Nun braucht „das beste Weihnachtsgeschenk der Welt“ nur noch einen passenden Namen.

Das Buch von 288 Seiten ist drei Überschriften zugeordnet und in kurze, überschaubare Kapitel gegliedert. Witzige Illustrationen veranschaulichen Handlungen und lockern den Text auf. Von dem möchte man immer mehr lesen, und so ist es nicht verwunderlich, dass unter dem Titel „Meine lustige Familie und ich“ im Dezember dieses Jahres ein zweiter Band erscheint.

Auch wenn es so scheint: Der vorliegende Text ist kein „Mädchenbuch“. Die Autorin enthält sich jeder Klischees. Im Umgang mit  der Verschiedenartigkeit eines jeden Familienmitgliedes geht es um Respekt und gegenseitiges Verstehen.

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