Buch des Monats Juni 2016

Simon Mason: Die Quigleys

Aus dem Englischen von Gabriele Haefs

Roman mit Illustrationen von Susann Opel-Götz

96 Seiten, ab 8 Jahren, Carlsen Verlag 2009

quigleysEins ist sicher: Die Quigleys, das sind Mama, Papa, Will und Lucy ( genannt Pudel oder Pudelfisch) mögen sich sehr, auch wenn bei ihnen täglich der Wahnsinn tobt. Schließlich verfügt ein jeder von ihnen über eine gehörige Portion Eigensinn und aus ihrer Sturheit heraus entstehen so komischste Situationen, die sie alle wieder im Lachen vereint.

Lucy beispielsweise wollte bei einer Hochzeit nicht in einem langweiligen Taftkleid Blumen streuen, sondern dies als Biene verkleidet tun. Sie ließ die Eltern, die sie davon abbringen wollten, reden und bastelte sich unbemerkt ein aufwändiges Kostüm, zu dem Will noch die Fühler besorgte. Damit legte sie bei der Feier –  Mama und Papa fielen aus allen Wolken – einen Überraschungsauftritt hin und wurde von der begeisterten Braut auch noch mit einem Lächeln umarmt.

Will ist Lucys älterer Bruder und geht schon zur Schule. Ernsthaft und bedächtig überlegte er schon im Sommer, wie er seine Weihnachtswünsche anmelden könnte und nervte damit. Aber weil in seiner Familie ein Tierverbot herrschte, musste er schon beharrlich und planvoll vorgehen um seinen Wunsch nach einen Würgadler (!) durchzusetzen.

Papa wollte während eines Babysitter-Termins bei den befreundeten Nachbarn einfach nur einmal in Ruhe im Fernsehen Fußball schauen, da kam ihm eines der Kinder abhanden. Verzweifelt  suchte er überall. Wie stand er jetzt da? Schließlich konnte er es nur unter der Mithilfe seiner Kinder wiederfinden.

Auch Mamas Geburtstag verlief nicht ohne Aufregungen und leider völlig anders als  geplant. Eigentlich wollte sie mit Papa ein Ballett besuchen. „Wenn wir nicht ins Ballett gehen können“, rief Papa und sprang im blau gestreiften Bademantel ins Zimmer, „ dann muss das Ballett eben zu uns kommen. “ Lucy und Will jubelten, hakten Papa ein und legten gemeinsam einen temperamentvollen Tanz hin.

Schon das Buchcover  vermittelt die Eigenwilligkeit und die Verschmitztheit der handelnden  Personen, die in vier humorvollen Episoden beschrieben werden. Bei den Quigleys setzen sich vor allem die Kinder einfach über herrschende Zwänge hinweg und machen so einen geradlinigen Alltag für die Eltern unmöglich. Simon Mason beschreibt in seiner Geschichte, dass Erwachsene glauben, sich starren gesellschaftlichen Regeln unterwerfen zu müssen, für die selbstbewusste Kinder einfach kein Verständnis haben. Und das Schöne an diesem Buch ist, dass die Eltern sich auf die Kinder einlassen und auf diese Weise immer neu den Familienzusammenhalt stärken.

Susann Opel-Götz hat das Buch mit wunderbar lässigen, hintersinnigen Zeichnungen illustriert. Sie fangen Witz und Emotionen gut ein und bringen die Charaktereigenschaften  einer jeden Person gut zum Ausdruck.

Der Text kann von Erstlesern gut bewältigt werden. Es muss aber auch großen Spaß machen ihn vorzulesen.

Die Quigleys sind eine Serie. Es sind noch drei weitere Bände erhältlich.

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