Buch des Monats Oktober 2019

Poßberg & Böckmann:

Das Wilde Haus der Tiere – Das Drama-Lama

Illustriert von Corinna Böckmann

Südpol-Verlag, 2018, 92 Seiten, 7 – 9 Jahre

Lilys Meerschweinchen Maffi thront gut festgebunden oben auf den Kartons des Umzugswagens. Plötzlich zwingt eine Katze den Fahrer das Steuer abrupt herumzureißen. Die Tür der Ladefläche springt auf, der Meerschweinchenkäfig rutscht und zersplittert auf der Straße. Maffi ist zum ersten Mal in ihrem Leben allein. Was soll sie tun? Dem Umzugswagen hinterherlaufen? Aber wo ist er hingefahren?

Eine Ratte nähert sich und rät Maffi, das „Wilde  Haus der Tiere“ aufzusuchen. „So ein Quatsch“, denkt Maffi. „Was soll das sein?“, und setzt ihre Suche nach Lily fort. Doch ohne ihr Zutun gelangt sie am Abend zu diesem eigenartigen Haus und lernt seine Bewohner kennen. Fuchs Lino, Chamäleon Pluto, Fledermaus Bruno, die Waldohreule Elvira und Hannibal, der Hirsch, begutachten Maffi: „Das ist ganz klar ein Meerschweinchen. Erkennt man an dem dicken Po und den kleinen Ohren.“

Weil Maffi kein Wildtier ist, soll sie weggeschickt werden, doch dann bekommt die Gruppe einen Spezialauftrag, bei dem ihnen das Meerschweinchen helfen kann. Ein Tier mit Punkten soll aus dem Zirkus zurück in seine Heimat gebracht werden. Doch die Rettungsaktion in der Manege verläuft gar nicht nach Plan und es kommt zu einer bösen Überraschung.

Mit Turbulenzen gelingt die Rückführung des Tieres nach Peru. Als Maffi das Flugzeug verlässt, schnuppert sie verzückt und seufzt: “Das riecht nach Heimat.“ Da wird Hannibal nachdenklich und überlegt: „Sag mal, kann es sein, dass du aus Peru stammst?“ Damit ist Maffi ein Wildtier. Super! Sie kann bei den Freunden  im Wilden Haus bleiben! Was soll sie auch in Peru?

Andrea Poßberg und Corinna Böckmann erzählen eine abenteuerliche Geschichte  aus verschiedenen Tierperspektiven, wobei jedes Tier über einen unverwechselbaren Charakter verfügt. Kinder wird neben der Hilflosigkeit des Meerschweinchens besonders die Tiergemeinschaft ansprechen, deren Mitglieder nach strengen Regeln leben (Sie dürfen sich nicht gegenseitig fressen.) und ihre Aufgabe darin sehen, Artgenossen in Not zu retten bzw. ihnen zu helfen. Die Rückholaktion im Zirkus lässt die Geschichte zu einem spannenden kleinen Krimi werden.

Der Text gliedert sich in kurze Kapitel, die in großer Schrift gedruckt sind. Mit schwarz-weißen, amüsanten Tierdarstellungen lockert Corinna Böckmann die Doppelseiten auf.

Das Buch ist für fortgeschrittene Leser von 7 Jahren an gedacht und kann auch bei Antolin aufgerufen werden. In diesem Jahr ist bei Südpol ein Folgeband erschienen: „Das Wilde Haus der Tiere – Baby Alarm“